Sextortion in der Schweiz: Junge Männer im Visier krimineller Banden
Die digitale Erpressung mit intimen Bildern, bekannt als Sextortion, trifft in der Schweiz überproportional junge Männer. Aktuelle Zahlen aus Australien und der hiesigen Kriminalstatistik zeigen ein ähnliches Muster: Organisierte Banden nutzen Dating-Apps und soziale Netzwerke, um Opfer unter Druck zu setzen. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, doch Fachstellen und Behörden raten zu konsequentem Handeln.
Australische Zahlen verdeutlichen das Ausmass
Die Polizei des australischen Bundesstaates Südaustralien (Sapol) verzeichnete im Finanzjahr 2025/26 insgesamt 220 Meldungen von männlichen Opfern sexueller Bilderpressung, nach 170 im Vorjahr. Der finanzielle Schaden stieg von 107'000 auf 217'000 australische Dollar. Ein einzelnes Opfer verlor dabei 53'000 Dollar.
Auf nationaler Ebene registrierte die eSafety Commission, Australiens staatliche Online-Sicherheitsbehörde, im Jahr 2025 über 3300 Meldungen sexueller Erpressung. Davon stammten 86 Prozent von männlichen Opfern, 42 Prozent aller Meldungen kamen von jungen Männern zwischen 18 und 24 Jahren.
Typische Masche: Vertrauen aufbauen, dann drohen
Tamara Parham, stellvertretende Direktorin von Kinderschutz Schweiz, beschreibt das Vorgehen:
„Bei einer typischen Masche geben sich Tatpersonen online beispielsweise als junge Frauen aus, stellen rasch einen sexualisierten Kontakt her und bringen die Betroffenen dazu, intime Bilder oder Videos zu teilen. Anschliessend werden diese zur Erpressung eingesetzt.