Die Demokratische Partei hat bei den US-Zwischenwahlen vom 4. November 2026 die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses zurückerobert. Sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus liegen die Demokraten nach Auszählungen und Wahlbefragungen vorne, wie 20 Minuten unter Berufung auf US-Medien meldet. Präsident Donald Trump hat den Sieg seiner Gegner bereits anerkannt.
Der Ausgang bedeutet eine politische Zäsur für die zweite Hälfte von Trumps Amtszeit. Ein Kongress mit demokratischer Mehrheit in beiden Kammern kann Gesetze gegen den Widerstand des Weissen Hauses beschliessen, muss dabei allerdings mit dem präsidentiellen Veto rechnen. Trump selbst deutete via Truth Social an, wo er seine künftige Rolle sieht: Er veröffentlichte ein Foto einer roten Kappe mit dem Wort «Veto» in Grossbuchstaben.
Trump gratuliert und benennt den Iran-Krieg als Belastung
«Herzlichen Glückwunsch an die Demokraten. Sie haben gute Arbeit geleistet», sagte Trump dem Sender Fox News. Als einen Grund für die Wahlschlappe nannte er den Iran-Krieg. «Ich denke, ein Teil davon war Iran, aber gleichzeitig haben die Menschen die Bedeutung dessen verstanden, was ich in Bezug auf Iran getan habe», so der Präsident.
Auf Truth Social schrieb Trump zusätzlich: «Ich stand nicht auf dem Stimmzettel, und wenn ich darauf gestanden hätte, hätten wir einen ERDRUTSCHSIEG errungen!» Die internationale Presse wertet die Niederlage der Republikaner dennoch als deutliches Urteil der Wählerschaft über die Amtsführung des Präsidenten.
John Thune rügt «extrem linken, sozialistischen Flügel»
Der bisherige Mehrheitsleiter im Senat, John Thune, sprach von einem Rückschlag für seine Partei. Die Republikaner im Senat könnten auf eine beeindruckende Bilanz zurückblicken, schrieb er auf X, mit Verweis auf sicherere Strassen, mehr Geld in den Geldbeuteln der Amerikaner und neue Chancen für Familien und Unternehmen.
«Die Republikaner im Senat werden nicht tatenlos zusehen, wie der extrem linke, sozialistische Flügel der Demokratischen Partei versucht, alles rückgängig zu machen, was wir erreicht haben», kündigte Thune an. Die Formulierung lässt einen blockierten Kongress mit harten Verteilungskämpfen zwischen Kapitol und Weissem Haus erwarten.
Obama fordert Politik, die verbindet
Ex-Präsident Barack Obama deutete den Wahlausgang als klare Absage an politische Polarisierung. «Heute Abend hat das amerikanische Volk eine klare Botschaft gesendet», schrieb der Demokrat auf X. Die Amerikaner wollten «eine Politik, die Menschen zusammenbringt, statt sie zu spalten», sowie Führungspersönlichkeiten mit «konkreten Lösungen» für ihre Probleme.
Obama lobte Kandidaten, die auch in «lange als schwierig geltenden Regionen» angetreten seien, und dankte den Wahlhelfern beider Parteien. Die Demokraten müssten nun «die Ärmel hochkrempeln», dort Veränderungen durchsetzen, wo sie könnten, weiteren Schaden begrenzen und «den Grundstein für die Zukunft legen».
James Talarico holt Texas nach 38 Jahren zurück
Der wohl symbolträchtigste Sitzgewinn gelang in Texas: James Talarico gewann als erster Demokrat seit 38 Jahren das Rennen um den Senatssitz des Bundesstaates. Kurz vor 23.30 Uhr Ortszeit wandte sich der 37-Jährige in Austin an seine Anhänger.
«Danke, dass ihr alle hier seid. Wir haben uns gerade Texas zurückgeholt», eröffnete Talarico seine Rede. Er verwahrte sich gegen den Einfluss grosser Geldgeber: «Wir haben gerade eine Nachricht an jeden milliardenschweren Spender gesendet: In diesem Land liegt die Macht bei den Leuten.»
Der gläubige Christ verglich seinen Wahlkampf mit dem Kampf Davids gegen Goliath und zitierte aus der Bibel. «Und heute Nacht haben wir Goliath besiegt», so der neue Senator.
Schumer spricht von «neuem Tag in Amerika»
Der New Yorker Senator Chuck Schumer feierte die Wahlnacht als politischen Neustart. «Es ist ein neuer Tag in Amerika», schrieb er auf X. «Die Demokraten haben die Machtverhältnisse im Senat neu gestaltet.» Die Kandidaten seiner Partei hätten an Orten gewonnen, «an denen das zuvor als unmöglich galt».
Der designierte Mehrheitsführer dürfte künftig über die Tagesordnung des Senats bestimmen. Nach Analysen der Tagesschau hat Trump durch seinen Kurs seine Gegner zusammengeschweisst; der politische Blick richtet sich bereits auf die Präsidentschaftswahl 2028.
Musk reagiert mit Ironie
Auch Elon Musk, der in diesem Jahr republikanische Kandidaten mit gesamthaft mehr als 400 Millionen Dollar unterstützt hatte, äusserte sich auf X. «Scheint so, als ob meine wahlbeeinflussenden Weltraum-Laser dieses Mal nicht funktioniert hätten», scherzte der 55-Jährige. Er fügte hinzu: «Rechenzentren im Weltraum sehen gerade ziemlich attraktiv aus.»
Was bedeutet der Ausgang für die Schweiz?
Für die Schweiz ist der Machtwechsel im Kongress weniger dramatisch als für die europäischen Grossstaaten, da die Aussen- und Handelspolitik primär beim Präsidenten liegt. Gleichwohl könnte eine gestärkte demokratische Legislative bei Fragen der Handelspolitik und der internationalen Kooperation den Handlungsspielraum des Weissen Hauses einengen. Wie die Berichterstattung der Tagesschau zeigt, rückt mit dem Ausgang der Midterms bereits der Kampf um die Präsidentschaftskandidaturen 2028 in den Vordergrund.
Häufige Fragen zu den US-Zwischenwahlen 2026
Wer hat die US-Zwischenwahlen 2026 gewonnen?
Die Demokraten haben am 4. November 2026 die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus zurückgewonnen, wie 20 Minuten unter Berufung auf US-Medien meldete.
Wie reagierte Donald Trump auf die Niederlage?
Trump gratulierte den Demokraten gegenüber Fox News, benannte den Iran-Krieg als einen Belastungsfaktor und deutete auf Truth Social an, bei einer eigenen Kandidatur einen Erdrutschsieg errungen zu haben.
Wer ist James Talarico?
James Talarico ist ein 37-jähriger Demokrat, der in Texas als erster Kandidat seiner Partei seit 38 Jahren den Senatssitz gewonnen hat.
