Wer zu Hause mehr Geräte als Steckdosen hat, greift oft zu Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabeln. Wie www.Bluewin.ch am 2. November 2026 berichtet, bergen diese Behelfslösungen erhebliche Brandrisiken, wenn leistungsstarke Geräte daran angeschlossen werden. Feuerwehren warnen seit Jahren vor Überlastung.
Das Problem liegt nicht im einzelnen Gerät, sondern in der Gesamtbelastung der Leitungen. Eine fest verdrahtete Wandsteckdose, die direkt an die Hausinstallation angeschlossen ist, bleibt die sichere Wahl für alles, was viel Strom zieht.
Warum die Gesamtlast entscheidend ist
Mehrfachsteckdosen sind in der Regel für 3'000 bis 3'500 Watt ausgelegt. Haushaltsübliche Stromkreise in der Schweiz sind mit 10 Ampere abgesichert, was rund 2'300 Watt entspricht. Werden die Grenzen überschritten, löst der Leitungsschutzschalter aus. Bis dahin kann es jedoch bereits zu gefährlicher Erwärmung gekommen sein, wie Head Topics in seiner Zusammenfassung der Warnung betont.
Fünf Geräte, die nie an Verlängerungskabel oder Steckdosenleisten gehören
Heissluftfritteusen
Die beliebte Alternative zur klassischen Fritteuse benötigt 1'400 bis 2'100 Watt, einzelne Modelle bis zu 3'000 Watt. Solche Hochleistungsgeräte gehören direkt an eine Wandsteckdose, um die punktuelle Belastung zu begrenzen.
Mikrowellen
Mikrowellen wirken harmlos, doch sie teilen sich in Küchen oft eine Steckdosenleiste mit Toaster, Wasserkocher oder Kaffeemaschine. Hier zählt nicht das Einzelgerät, sondern die Summe der gleichzeitig laufenden Verbraucher.
Elektroheizungen und Heizlüfter
Heizlüfter leisten bis zu 3'000 Watt. An einem Verlängerungskabel stösst die Wärmeabfuhr an ihre Grenzen; im schlimmsten Fall droht ein Kabelbrand. Auch Westfalia warnt ausdrücklich davor, Heizgeräte dauerhaft über Verlängerungskabel zu betreiben.
Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler
Grosse Haushaltsgeräte verursachen beim Anlaufen kurze, hohe Stromspitzen. Mehrfachsteckdosen sind dafür nicht ausgelegt. In Altbauten mit veralteter Elektroinstallation ist das Risiko besonders gross, weil Sicherungen dort nicht immer zuverlässig auslösen.
Kaffeemaschinen und Küchenkombinationen
Eine Kaffeemaschine zieht rund 1'000 Watt. Zusammen mit Wasserkocher und Toaster an derselben Leiste wird die Kapazität schnell überschritten. Auch der Elektro-Unterhalt Urdorf weist darauf hin, dass diese Kombination die Grenze rasch erreicht.
Die Kettenverbindung: häufigste Ursache von Schwelbränden
Was als pragmatische Lösung aussieht, ist einer der häufigsten Auslöser von Schwelbränden: eine Steckdosenleiste, in die eine weitere eingesteckt wird. Die Lasten kumulieren auf einer einzigen Zuleitung, die Leitungen überhitzen, und das Risiko ist kaum kontrollierbar. Auch der Elektriker Paul Martinez warnt, dass bestimmte Geräte nie an Verlängerungskabel oder Steckdosenleisten gehören.
Was Hausbesitzer konkret tun können
- Leistungsstarke Geräte immer direkt an eine fest installierte Steckdose anschliessen.
- Niemals Steckdosenleisten hintereinander schalten.
- Die Gesamtleistung der angeschlossenen Geräte im Blick behalten.
- In Altbauten die Elektroinstallation periodisch durch eine Fachperson prüfen lassen.
Vorsorge kostet wenig; ein Kabelbrand kostet viel. Wer unsicher ist, ob die hauseigene Installation den heutigen Gerätebestand trägt, lässt sie von einem Elektrofachbetrieb beurteilen.
Häufige Fragen
Welche Geräte dürfen nie an ein Verlängerungskabel?
Heissluftfritteusen, Mikrowellen, Heizlüfter, Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler und Kaffeemaschinen gehören direkt an eine fest installierte Wandsteckdose.
Warum sind Kettenverbindungen von Steckdosenleisten gefährlich?
Weil sich die Lasten mehrerer Geräte auf einer einzigen Zuleitung kumulieren, die Leitungen überhitzen und Schwelbrände entstehen können.
Wie viel Leistung verträgt eine Mehrfachsteckdose?
Üblich sind 3'000 bis 3'500 Watt. Haushaltsübliche Stromkreise sind in der Schweiz meist mit 10 Ampere abgesichert, also rund 2'300 Watt.
