Die griechische Ionische Insel Zakynthos bietet weit mehr als die berühmte Navagio-Bucht: Schwefelquellen, die grösste Brutpopulation der Unechten Karettschildkröte im Mittelmeer und ein über 2000 Jahre alter Olivenbaum gehören zu den Sehenswürdigkeiten, die Blick.ch in einer aktuellen Übersicht beschreibt. Wer 2027 eine Reise plant, sollte allerdings die Sperrung der bekanntesten Bucht einplanen.
Die folgenden Angaben beruhen im Wesentlichen auf der Berichterstattung von Blick.ch vom 27. Oktober 2026.
Navagio-Bucht bleibt 2026 gesperrt
Die Bucht im Nordwesten der Insel gilt mit dem rostenden Wrack der Panagiotis und den weissen Kalksteinklippen als das Wahrzeichen von Zakynthos. Das Schiff strandete 1980 laut dem griechischen Staatssender ERT mit geschmuggelter Ware: 1995 Kisten Zigaretten und zwei sizilianische Mafiosi sollen an Bord gewesen sein.
Wegen der Gefahr weiterer Felsstürze bleibt die Bucht 2026 gesperrt und kann nicht vom Wasser aus angesteuert werden. Wie die Lage 2027 sein wird, ist noch offen. Der Aussichtspunkt an der Strasse zwischen Anafonitria und Volimes bleibt zugänglich und liefert das bekannte Postkartenmotiv.
Xigia: Schwefelquellen als natürliches Spa
An der Nordostküste tritt aus Höhlen der Kalksteinfelsen schwefelhaltiges Quellwasser aus, das sich mit dem Ionischen Meer vermischt. Der Strand Xigia gilt darum als natürliches Open-air-Spa; den Quellen wird ein hoher Kollagengehalt zugeschrieben. Schwefelbäder gelten als wohltuend für Haut, Muskeln und Gelenke. Die kleine Kieselbucht füllt sich schnell, weshalb sich ein Besuch am frühen Morgen empfiehlt.
Cameo Island und das Erdbeben von 1633
Vor der Küste von Agios Sostis im Süden liegt die winzige, mit Pinien bewachsene Felseninsel Cameo. Sie war Teil der Hauptinsel, bis ein Erdbeben sie 1633 vom Festland abriss. Heute führt eine Holzfussgängerbrücke über das türkisfarbene Wasser; die unbewohnte Insel ist in Privatbesitz und kann gegen Eintrittsgeld besucht werden. Im Sommer flattern weisse Tücher an einem Seil zwischen den Felsen, das Markenzeichen der Insel. Auch Hochzeiten werden dort gefeiert.
Welche Tiere leben vor der Küste von Zakynthos?
Die Unechte Karettschildkröte
Im Golf von Laganas im Süden der Insel lebt die grösste Brutpopulation der Unechten Karettschildkröte im Mittelmeer. An sechs Niststränden von insgesamt 5,5 Kilometern Länge werden rund 1200 Nester pro Jahr gezählt. Von Mitte Mai bis Mitte August kommen die Weibchen nachts an Land, um Eier abzulegen; ab Mitte Juli schlüpft der Nachwuchs.
Seit 1999 schützt der Nationale Meerespark Zakynthos die Brutgebiete. Nester werden markiert, die Strände dürfen nachts nicht betreten werden. Boote müssen mindestens 15 Meter Abstand zu den Tieren halten und dürfen höchstens zehn Minuten bei ihnen bleiben. Die unbewohnte Insel Marathonisi im Golf dient ebenfalls als Nistplatz.
Die Mittelmeer-Mönchsrobbe
Ein weiterer seltener Bewohner der felsigen Küsten ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus). Nachgewiesen wurde sie unter anderem an der schwer zugänglichen West- und Nordwestküste sowie im Süden der Insel. Die Tiere können bis zu knapp drei Meter lang und rund 300 Kilogramm schwer werden, sind aber selten zu sehen. Ursprünglich ruhten und gebaren sie an offenen Stränden; jahrhundertelange Verfolgung und menschliche Störungen drängten sie in abgelegene Höhlen. Wer beim Bootsausflug eine Robbe entdeckt, sollte Abstand halten.
Die Hauptstadt und ihr venezianisches Erbe
Zakynthos-Stadt wurde nach dem Erdbeben von 1953 fast vollständig zerstört und im ionisch-venezianischen Stil wiederaufgebaut. Breite Arkaden, pastellfarbene Fassaden und die Hafenpromenade Strada Marina erinnern daran, dass die Insel fast drei Jahrhunderte unter venezianischer Herrschaft stand. Am Markusplatz steht die 1518 gegründete, nach dem Beben rekonstruierte Markuskirche. Das benachbarte Solomos-Museum birgt im Mausoleum die Gebeine der Dichter Dionysios Solomos und Andreas Kalvos.
An der Uferpromenade erinnert die rund 40 Meter hohe Campanile der Agios-Dionysios-Kirche an den Glockenturm von San Marco in Venedig. Der 1948 eingeweihte Bau überstand das Beben von 1953 nahezu unbeschadet. Die Gebeine des Schutzpatrons Dionysios ruhen in einem silbernen Reliquienschrein von 1829; geehrt wird er am 24. August und am 17. Dezember mit mehrtägigen Feierlichkeiten.
Der älteste Olivenbaum der Insel
Im Bergdorf Exo Chora im Westen steht der älteste Olivenbaum von Zakynthos, geschätzt auf über 2000 Jahre und damit einer der ältesten im gesamten Mittelmeerraum. Der Stammumfang beträgt etwa 14 Meter; der Kern ist weitgehend hohl, der Hauptstamm hat sich in knorrige Teilbäume aufgespalten. Der Baum trägt bis heute jedes Jahr Oliven.
Ausblick und Einordnung für Reisende
Für Schweizer Reisende, die Abwechslung zu den stark frequentierten Zielen Kreta oder Santorini suchen, hält Zakynthos mehrere Natursehenswürdigkeiten bereit, die weniger überlaufen sind. Vergleichbare Geheimtipps auf anderen griechischen Inseln beschreibt etwa Business Insider in einer aktuellen Sammlung; auch Merian listet besondere Insel-Erlebnisse auf Kreta auf. Wer die Abenddämmerung in Zakynthos-Stadt erleben möchte, findet laut Blick.ch in der Bar Oro im Dörfchen Bochali eine Terrasse mit Blick auf Stadt, Hafen und Ionisches Meer; das Haus wird seit 1972 geführt.
Häufige Fragen
Kann man die Navagio-Bucht 2026 besuchen?
Nein. Wegen der Gefahr weiterer Felsstürze bleibt die Bucht 2026 gesperrt und kann nicht vom Wasser aus angesteuert werden. Wie es 2027 aussehen wird, ist laut Blick.ch noch offen. Der Aussichtspunkt an der Strasse zwischen Anafonitria und Volimes bleibt zugänglich.
Wann brüten die Karettschildkröten auf Zakynthos?
Die Weibchen kommen von Mitte Mai bis Mitte August nachts an Land, um Eier abzulegen. Ab Mitte Juli schlüpft der Nachwuchs. Rund 1200 Nester werden pro Jahr an sechs Niststränden von insgesamt 5,5 Kilometern Länge gezählt.
Wie alt ist der älteste Olivenbaum von Zakynthos?
Der Baum im Bergdorf Exo Chora wird auf über 2000 Jahre geschätzt und gehört damit zu den ältesten Olivenbäumen im Mittelmeerraum. Sein Stammumfang beträgt etwa 14 Meter, und er trägt bis heute jedes Jahr Oliven.
