Vondrousova zieht vor CAS: Verfahrensfehler bei Doping-Sperre
Die ehemalige Wimbledon-Siegerin Marketa Vondrousova wurde von der International Tennis Integrity Agency (ITIA) wegen Verweigerung einer Dopingkontrolle für vier Jahre gesperrt. Die Tschechin wirft der Kontrollbehörde schwere Verfahrensfehler vor und kündigt den Gang vor den Sportgerichtshof CAS in Lausanne an.
Was geschah am 3. Dezember 2025 in Prag?
Am Abend des 3. Dezember 2025 erschien eine ITIA-Kontrolleurin an der Wohnung von Marketa Vondrousova in Prag. Vondrousova, die an einer diagnostizierten Angststörung leidet, verlangte die Vorlage eines Identitätsausweises. Die Kontrolleurin zeigte diesen nicht. Vondrousova verweigerte daraufhin den Zutritt zur Wohnung. Aus den Akten geht hervor, dass die Kontrolleurin bei der späteren Anhörung einräumte, sich nicht ausgewiesen zu haben. Die ITIA stufte diesen Umstand in der Urteilsfindung jedoch nicht als relevanten Verfahrensfehler ein.
Wie begründet die ITIA die Sperre?
Die ITIA verhängte eine vierjährige Sperre bis 2030. Die Agentur hält daran fest, dass ihre Tester professionell geschult seien und stets einen Ausweis bei sich trügen. In ihrer Mitteilung zur Sperre behauptete die ITIA, Vondrousova habe die Kontrolleurin aktiv daran gehindert, sich auszuweisen. Vondrousovas Rechtsbeistand widerlegte diese Darstellung teilweise: Der Vorfall dauerte rund zehn Minuten. Die Kontrolleurin hatte ausreichend Zeit, ein Formular zur Unterschrift hervorzuholen, unterliess es jedoch, ihre Identität nachzuweisen.
Welche Rolle spielt die Angststörung der Spielerin?
Vondrousova leidet seit Jahren unter einer medizinisch attestierten Angststörung. Drei unabhängige Ärzte bestätigten die Diagnose. Vor dem Tribunal der ITIA fanden diese Befunde keine Berücksichtigung. Ein anwesender Arzt bestritt sogar die Validität der Diagnose. Vondrousova unterschrieb in Panik ein Dokument der Kontrolleurin, um die Situation zu beenden. Sie gab an, eine nicht identifizierte Person nachts nicht in ihre Wohnung lassen zu können.
Welches Rechtsmittel bleibt Vondrousova?
Vondrousova kündigte an, den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne zu bringen. Ihr zentrales Argument lautet, dass eine ordnungsgemässe Kontrolle nicht vorliegt, wenn die Identifikation der Kontrollperson nicht gewährleistet ist. Der Fall berührt grundlegende Fragen des Rechtsstaatsprinzips im Sport: Die Wirksamkeit von Anti-Doping-Massnahmen setzt die Einhaltung formeller Vorgaben voraus. Ohne korrekte Identifikation entbehrt der Eingriff in die persönliche Sphäre der Athletin einer tragfähigen Rechtsgrundlage. Der CAS muss nun klären, ob die ITIA ihre eigenen Verfahrensvorschriften ausreichend durchgesetzt hat.
FAQ zum Fall Vondrousova
Warum wurde Marketa Vondrousova gesperrt?
Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) verhängte eine vierjährige Sperre, weil Vondrousova eine Dopingkontrolle verweigerte.
Warum wehrt sich Vondrousova gegen die Sperre?
Vondrousova wirft der Kontrolleurin vor, sich nicht ausgewiesen zu haben. Dieser Verfahrensfehler sei von der ITIA ignoriert worden.
Welches Gericht ist nun zuständig?
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne wird als nächste Instanz über den Fall entscheiden.