Fifa-Präsident Infantino nach gescheiterten Investorenplänen unter Druck
Die gescheiterten Investorenpläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino könnten weitreichende Folgen haben. Die Opposition im Weltfussballverband fordert seinen Rücktritt. Am 18. März 2027 stehen in Rabat turnusgemäss Wahlen an, doch die Kritik an Infantino wird immer lauter.
Was war der Kern der gescheiterten Pläne?
Infantino hatte vorgesehen, mit dem Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen. Dafür sollte die Tochtergesellschaft FIFA Forward Enterprise (FFE) gegründet werden. Der Weltverband setzte eine Frist für die Zustimmung zum Investorendeal und versprach den 211 Mitgliedsverbänden eine Sonderzahlung. Der Stichtag war der 19. September. Infantino wollte mit dem Projekt die Mitgliedsverbände stärken, wie er selbst sagte.
Wer fordert den Sturz von Infantino?
Allen voran die Kontinentalverbände Uefa und Concacaf forcieren den Sturz des mächtigsten Mannes im Weltfussball. Die Europäische Fussball-Union erklärte in einer Stellungnahme: „Die aktuelle Fifa-Führung hat nicht nur das Vertrauen der Uefa, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fussballfamilie verloren.“ In ungewöhnlich scharfem Ton hiess es weiter: „Wir können nicht länger so weitermachen mit geheimen, in Windeseile durchgepeitschten Plänen, die von anonymen Akteuren ausgeheckt werden und dem Fussball nur zweifelhaften Nutzen bringen.“ Die Uefa fordert, die Verantwortlichen zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.
Auch Spaniens Ligaboss Javier Tebas verlangt einen Neuanfang: „Der Weltfussball braucht eine neue Führung, die seine Governance modernisiert, die Glaubwürdigkeit wiederherstellt und zukunftsweisende Entscheidungen im Konsens mit den beteiligten Akteuren trifft.“
Wie reagiert Real Madrid?
Der spanische Rekordmeister Real Madrid begrüsste die Entscheidung der Fifa, die Investorenpläne zu verwerfen. In einer Stellungnahme dankte der Klub insbesondere der Uefa: „Ihre Einigkeit und ihr Pflichtbewusstsein haben den Fussball in einem entscheidenden Moment geschützt.“
Welche rechtlichen Schritte sind möglich?
Bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen für die Wahl zum Fifa-Präsidenten einreichen. Victor Montagliani, Präsident des Concacaf-Verbandes, werden Ambitionen nachgesagt. Ein offizieller Gegenkandidat steht jedoch noch nicht fest.
Sollte die Opposition eine schnelle Ablösung anstreben, könnte der Fifa-Rat aktiv werden. Dieses Gremium mit 37 Mitgliedern müsste für eine Krisensitzung mindestens 19 Stimmen erhalten. Eine Rücktrittsaufforderung könnte Infantino ablehnen. Alternativ wäre eine ausserordentliche Sitzung des Fifa-Kongresses möglich. Dafür sind 43 Stimmen der 211 Mitgliedsverbände nötig. Die Anfrage muss schriftlich erfolgen, innerhalb von drei Monaten müsste das Treffen stattfinden. Anschliessend könnte ein Misstrauensvotum gegen Infantino gestellt werden.
Wie wahrscheinlich ist ein Rücktritt?
Die Kritik an Infantinos Plänen ist nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit einem Votum für dessen Abgang. Allen Widerständen zum Trotz scheint es unwahrscheinlich, dass Infantino seine Machtposition eigenständig aufgibt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Opposition genügend Unterstützung für einen Wechsel an der Spitze des Weltfussballs mobilisieren kann.
FAQ: Was bedeutet das für die Fifa?
Kann Infantino ohne Wahl abgesetzt werden?
Ja, theoretisch könnte der Fifa-Kongress ein Misstrauensvotum durchführen. Dafür ist eine ausserordentliche Sitzung mit mindestens 43 Stimmen nötig.
Wer sind die wichtigsten Akteure in der Opposition?
Die Uefa und Concacaf führen die Opposition an. Auch spanische Ligafunktionäre wie Javier Tebas fordern einen Führungswechsel.
Wann finden die nächsten Wahlen statt?
Die nächste Wahl ist für den 18. März 2027 in Rabat geplant. Kandidaten können sich bis zum 18. November 2026 bewerben.