Rad-WM in Montreal: Anja Grossmann holt Bronze für die Schweiz
Die Schweiz feiert an der Rad-Weltmeisterschaft in Montreal weitere Erfolge. Nach der Mixed-Staffel (Bronze) und Marlen Reussers Gold im Zeitfahren sicherte sich die 17-jährige Anja Grossmann im Strassenrennen der Juniorinnen die Bronzemedaille. Über 80,4 Kilometer zeigte die Schweizerin eine starke Leistung, musste sich jedoch im Schlussspurt geschlagen geben.
Knappe Entscheidung im Juniorinnen-Rennen
Der Sieg ging an die Spanierin Alejandra Neira, die sich knapp vor der Italienerin Matilde Rossignoli durchsetzte. Grossmann verpasste das Podium nur um wenige Meter. «Ich bin glücklich, aber gleichzeitig auch enttäuscht», sagte die 17-Jährige nach dem Rennen. «Ich bin eine Gewinnerin, ich will die Arme zum Triumph hochreissen, und das war mein Ziel. Besonders nach der Enttäuschung im Zeitfahren.»
Reusser verteidigt WM-Titel im Zeitfahren
Bereits am Sonntag hatte Marlen Reusser ihren Titel im Einzelzeitfahren erfolgreich verteidigt. Die Bernerin, die an ihrem 35. Geburtstag startete, gewann mit 40 Sekunden Vorsprung auf die Britin Zoe Backstedt. Silber ging an die junge Britin, Bronze an die Deutsche Franziska Koch. Reusser hatte sich nach einer schwierigen Tour de France gezielt auf die WM vorbereitet.
Schweizer Männer enttäuschen im Zeitfahren
Weniger erfolgreich verlief das Zeitfahren der Männer. Stefan Bissegger und Stefan Küng verpassten das Podest deutlich. Küng beendete das Rennen auf Platz 7 mit 1:44,44 Minuten Rückstand, Bissegger wurde mit 2:54,27 Minuten Rückstand 28. Der Sieg ging an den Belgier Remco Evenepoel, der nach 2023, 2024 und 2025 auch 2026 triumphierte. Der 26-Jährige gewann 57,31 Sekunden vor Filippo Ganna aus Italien und dem 19-jährigen Franzosen Paul Seixas.
Küng gewinnt Vuelta-Zeitfahren
Stefan Küng feierte derweil einen Achtungserfolg bei der Vuelta. Der Thurgauer gewann das Zeitfahren auf der 18. Etappe in Spanien. Auf der 32 Kilometer langen Strecke von El Puerto de Santa Maria Jerez de la Frontera war er zwei Sekunden schneller als der Brite Callum Thornley und neun Sekunden schneller als der Drittplatzierte Joao Almeida aus Portugal. Für Küng war es der zweite Triumph bei einem Vuelta-Zeitfahren nach 2024. Der 32-Jährige war erst im Juni nach mehreren Monaten Verletzungspause aufs Velo zurückgekehrt.
Pogacar schwer gestürzt
Einen Tag nach seinem Horror-Sturz bei der Vuelta hat der schwer lädierte Radstar Tadej Pogacar Grüsse aus dem Krankenhaus an seine Fans geschickt. Der Tour-de-France-Champion erlitt einen verschobenen Bruch des linken Schlüsselbeins und einen stabilen Bruch des siebten Halswirbels. Seine Saison dürfte damit beendet sein. Bei einem Schlüsselbeinbruch ist mit einer sechswöchigen Pause zu rechnen.
Schweizer Erfolge auch auf anderen Bühnen
Auch abseits der Rad-WM feierte der Schweizer Sport Erfolge. Audrey Werro gewann beim Diamond-League-Final in Brüssel über 800 m in 1:54,75 Minuten und sicherte sich die Diamond Trophy. Veronica Vancardo belegte in 1:58,66 Minuten den 4. Platz. Angelica Moser wurde im Stabhochsprung Zweite.
Sina Frei wurde Cross-Country-Weltmeisterin im Val di Sole. Die Europameisterin gewann mit grossem Vorsprung und holte als dritte Schweizerin WM-Gold in der Königsdisziplin. Nicole Koller holte Bronze.
Im Springreiten schrieb Steve Guerdat Geschichte: Der Jurassier krönte sich in Aachen als erster Schweizer zum Weltmeister. Im A-Final blieb er als einziger fehlerlos und brachte seinen Vorsprung auf Dynamix de Belheme souverän ins Ziel. Guerdat ist damit der erste Springreiter, der im Weltcup, bei einer EM, einer WM und bei den Olympischen Spielen triumphierte.
Die Schweizer Kunstturner sorgten an der EM in Zagreb für den nächsten Medaillen-Coup. Mit 242,094 Punkten sicherte sich das Team um Noe Seifert die dritte Team-EM-Medaille der Geschichte.
Fabian Staudenmann ist auch auf der Schwägalp nicht zu stoppen. Der Berner gewann sein fünftes Kranzfest in Folge und ist damit der klare Favorit auf den Titel beim Kilchberger Schwinget.
Formel 1: Regeländerungen und Personalwechsel
In der Formel 1 stehen mehrere Änderungen an. Die Rennen werden ab dem kommenden Jahr kürzer: Statt über rund 305 Kilometer führen die Grand Prix dann über 290 Kilometer. Grund dafür sind Modifikationen im Motorenbereich. Abgeschafft wird 2027 die Regel, wonach das Rennen drei Stunden nach dem Start abgebrochen werden muss.
Pierre Gasly muss den Pokal für Platz drei vom Formel-1-Rennen in Monza wieder abgeben. Die Sportrichter des Weltverbands Fia gaben den Einsprüchen mehrerer Teams statt. Gasly wird jetzt als Siebter gewertet, Red-Bull-Pilot Isack Hadjar rückt auf Rang drei vor. Hintergrund war das Chaos um Tempoverstösse in der Boxengasse.
Isack Hadjar kann nicht beim Auftakt der Formel 1 nach der Sommerpause antreten. Der 21-jährige Franzose von Red Bull verletzte sich am Handgelenk. Für ihn wird der Neuseeländer Liam Lawson in den Red Bull befördert.
Formel-1-Weltmeister Lando Norris hat sich bis mindestens Ende 2030 an das McLaren-Team gebunden. Der 26-jährige Brite verkündete seine Entscheidung beim Familientag des Rennstalls in Woking. Norris fährt seit 2019 für das englische Traditionsteam und hat bisher 163 Grand Prix bestritten.
Tour de France Femmes: Reusser verpasst Podest
Demi Vollering gewann die Tour de France Femmes mit 78 Sekunden Vorsprung vor Kasia Niewiadoma. Die Schweizerin Marlen Reusser, die längere Zeit das Gelbe Trikot trug, stürzte auf dem Rundkurs rund um Nizza und verpasste ein Podest klar.
Schwingen: Staudenmann klarer Favorit
Beim Kilchberger Schwinget treffen die besten Schwinger der Schweiz aufeinander. Fabian Staudenmann gilt nach fünf Siegen in Folge als klarer Favorit. Die Paarungen versprechen explosive Duelle, wie der technische Leiter des Schwingverbands, Fridolin Beglinger, gegenüber SRF einschätzt.