National League: Langnaus Schlüsselfrage – Bürgler zurück
Die National League startet mit einer Reihe von personellen und taktischen Fragen in die neue Saison. Besonders die SCL Tigers und die ZSC Lions stehen im Fokus, während sich der HC Davos nach schweren Verletzungen neu formieren muss.
HCD: Verletzungssorgen und die Suche nach dem Ersatz
Der HC Davos muss bis auf Weiteres auf seinen schwedischen Topskorer Simon Ryfors verzichten. Sportchef Jan Alston zeigte sich betroffen: «Es tut mir leid für Simon, er ist so stark in die Saison gestartet. Verletzungen gehören leider zu unserem Sport.» Auch Verteidiger Nico Gross fällt mit einer Knieverletzung aus. Alston betont jedoch, dass man nach vorne schaue, «fürs Team».
Ob für Ryfors ein Stürmer oder Verteidiger verpflichtet wird, lässt Alston offen. Die Entscheidung fällt nach den beiden Wochenendspielen gegen Rapperswil-Jona und Lausanne. «Je nachdem, wie das Team mit den veränderten Linien spielt», so der Sportchef. Gegen die Lakers kommt mit Martin Gernat (33, Slowakei) erstmals ein Ersatz für Gross zum Einsatz. Ryfors zog sich bei einem Check von Fribourgs Marcus Sörensen einen Kreuzbandriss sowie eine Meniskusverletzung zu.
SCL Tigers: Ausländerfrage als Herausforderung
Die SCL Tigers haben sich den Saisonstart anders vorgestellt. Nach vier Runden rangieren sie auf Platz 14. Sportchef Pascal Müller gibt sich gelassen: «Wir sind ruhig und fokussiert, aber nicht zufrieden.» Eine zentrale Herausforderung ist die Auswahl der sechs spielberechtigten Ausländer aus sieben Kandidaten. In den ersten beiden Spielen blieb Verteidiger Santtu Kinnunen draussen, danach war er der beste Mann auf dem Eis. Anschliessend traf es André Petersson, den Topskorer der letzten Saison, zweimal.
Müller warnt davor, die Situation negativ zu sehen: «Wir dürfen jetzt auf keinen Fall auf die Idee kommen, es negativ zu sehen, dass wir über sieben Ausländer verfügen – es ist ein riesiges Plus für uns. Erst recht, wenn ich daran denke, dass viele in der Liga aktuell Ausländer suchen.»
Kloten: Junger Verteidiger überzeugt beim Debüt
Der 17-jährige Laurin Rupli gehört zu den Kloten-Youngstern, die wegen der vielen Verletzten bereits ihr National-League-Debüt gefeiert haben. Trainer Michael Liniger liess ihn beim ersten Einsatz gegen Ajoie die Starting-Six verlesen. Rupli gab zu, dass er dabei «mega nervös» gewesen sei, im Spiel selbst sei dann aber alles okay gewesen.
ZSC Lions: Tim Berni als eiszeitlicher Leader
Bei den ZSC Lions stellt Rückkehrer Tim Berni mit 75 Minuten und 28 Sekunden Gesamteiszeit in den ersten vier Spielen alle in den Schatten, selbst prominente Verteidiger-Kollegen wie Dean Kukan, Yannick Weber, Mikko Lehtonen oder Christian Marti. Berni ist der beste ZSC-Verteidiger der jungen Saison, beeindruckend solide, mit einem Tor und einem Assist.
Ambri: Trikotnummern-Panne und Derby-Vorfreude
Als Roby Järventie am Dienstag in Biel den 4:3-Siegestreffer für Ambri erzielte, wurde er fälschlicherweise als «Dario Bürgler» ausgerufen. Grund war das Trikot mit der Nummer 87, das der Finne trug, weil seine Nummer 34 blutverschmiert war. Die 87 gehörte zuvor fünf Jahre lang Bürgler, der seine Karriere beendet hat. Ob Järventie am Freitag gegen die ZSC Lions spielen kann, ist fraglich. Ambri reist am Samstag zum ersten Tessiner Derby der Saison nach Lugano.
Lausanne: Huet-Debüt und Vater als stiller Coach
Lausanne-Rückkehrer Ewan Huet (21) feierte am Samstag gegen Ambri sein Start-Debüt und parierte 22 Schüsse. Sein Vater Cristobal (51), Stanley-Cup-Sieger von 2010 und Goalie-Trainer des LHC, verpasste den Auftritt aus persönlichen Gründen. «Er hat in den Pausen einem Staff-Mitglied Feedbacks durchgegeben, um Anpassungen vorzunehmen», sagte der ehemalige Schweizer Junioren-Internationale.
SCB: Mutprobe gegen Ajoie
Der SCB trifft am Freitag erstmals unter Serge Aubin auf Ajoie. Die Berner hatten die beiden letzten Duelle gegen das Dauer-Schlusslicht verloren. Nun erwartet man daheim einen Sieg, obwohl Ajoie in drei von vier Spielen gepunktet hat. Der SCB kann wieder auf Sonny Milano zählen, der zuletzt krankheitsbedingt fehlte.
Gottéron: Reber vor Saisondebüt
Bei Meister Gottéron steht der talentierte Stürmer Jamiro Reber (20) vor seinem Saisondebüt. «Ich fühle mich gut und freue mich, wieder auf dem Eis zu stehen», sagte er den «Fribourger Nachrichten». Die Verletzung spüre er noch etwas, «aber das wird mit der Zeit auch noch besser».
Servette: Akeson wird in die Swiss League verliehen
Jason Akeson, der letzte Saison wegen des fehlenden Schweizer Passes lange pausieren musste, wird für mindestens zehn Spiele an den HC La Chaux-de-Fonds ausgeliehen. Die ambitionierten Neuenburger starteten schlecht in die Saison und liegen auf Rang 9.
Unterzahl-Tore: Lugano als Negativbeispiel
Fünf Tore wurden bisher in Unterzahl erzielt, drei davon zulasten von Lugano. Die Tessiner kassierten schon im Startspiel gegen Servette zwei Shorthander, am Dienstag gegen Zug erneut einen. In beiden Partien gewann die Mannschaft von Tomas Mitell dennoch.