Vater und Sohn beim EHC Kloten: Elia Liniger überzeugt unter Coach Michael
Beim EHC Kloten sorgt ein ungewöhnliches Duo für Gesprächsstoff: Der 18-jährige Stürmer Elia Liniger hat sich in der noch jungen Saison einen Platz im Kader der ersten Mannschaft erkämpft. Sein Trainer ist dabei ausgerechnet sein eigener Vater, Michael Liniger (46). Der Cheftrainer steht damit vor einer doppelten Herausforderung: als Coach und als Vater.
Wie kam es zum Aufstieg des jungen Liniger?
Eigentlich war geplant, dass Elia Liniger in der U21 des EHC Kloten spielt. Doch Verletzungen in der ersten Mannschaft öffneten dem Talent in der Vorbereitung die Tür. Er überzeugte und blieb auch für den Saisonstart im Aufgebot. „Es ist sehr speziell, den eigenen Vater als Trainer zu haben. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schnell dazu kommt“, sagt Elia Liniger. Sein Vater Michael ergänzt: „Er hat sich aufgedrängt.“
Welche Rolle spielt der Vorwurf der Vetternwirtschaft?
Michael Liniger ist sich bewusst, dass die Vater-Sohn-Konstellation kritische Blicke hervorrufen könnte. „Vor allem für Elia ist das sicher nicht einfach, aber damit müssen wir klarkommen. Wenn die Leistung stimmt, braucht es uns nicht zu kümmern, was gemunkelt wird“, so der Coach. Um Befangenheit zu vermeiden, nimmt er sich bei Entscheidungen rund um seinen Sohn bewusst zurück. So war es Assistent Marcel Jenni, der Elia Liniger ins Powerplay berief. „Ich habe zuerst zu ihm gesagt: ‚Das kannst du nicht tun‘, und er entgegnete: ‚Doch, das kann ich, ich bin fürs Powerplay zuständig‘“, erzählt Michael Liniger.
Wie erlebt Elia Liniger die Situation?
Der 18-Jährige gibt zu, vor seinem ersten Einsatz nervös gewesen zu sein. „In den letzten fünf Minuten vor dem ersten Spiel war ich sehr nervös, aber nach dem ersten Einsatz ging es dann“, sagt er. Sein Vater habe davon nichts mitbekommen, weder als Papa noch als Coach. Elia Liniger ist polysportiv aufgewachsen, entschied sich aber für Hockey. „Dazu hatte ich die Nähe“, erklärt er. Sein Vater war während dessen Aktivzeit bei Kloten und den GCK Lions sein Vorbild. „Mein Vater war mein Vorbild, ich wollte sein wie er“, so der Stürmer.
Welche Ziele verfolgt der junge Liniger?
Neben dem Sport absolviert Elia Liniger eine KV-Ausbildung an der United School of Sports und ein Praktikum bei der Migros Bank. Sein sportliches Ziel ist klar: „Mein Traum ist die NHL, aber das ist noch weit weg. Mein klares Ziel ist es, mich früher oder später in der National League zu etablieren.“ Ob er den Sprung in die erste Mannschaft über die ganze Saison schafft, bleibt offen. Leistungsschwankungen gehören bei jungen Spielern dazu, wie Michael Liniger weiss, sowohl als Trainer als auch als Vater.