Tod von Hayden Panettiere: Mutter fordert vertiefte Ermittlungen
Der ungeklärte Tod der US-Schauspielerin Hayden Panettiere beschäftigt nun auch die US-Drogenbehörde DEA. Die Mutter der Verstorbenen, Lesley Vogel, zweifelt an der Darstellung des Freundes ihrer Tochter und verlangt eine gründlichere Untersuchung. Brian Hickerson wird derzeit keine Straftat vorgeworfen.
Was geschah am Todestag von Hayden Panettiere?
Hayden Panettiere starb am 16. August im Alter von 36 Jahren in einer gemieteten Unterkunft in Greenville, South Carolina. Gegenüber der Zeitung „Daily Mail“ schilderte die Mutter, was ihr Freund Brian Hickerson den Ermittlern berichtet haben soll: Gegen 10:30 Uhr habe sich die Schauspielerin geschminkt, danach sei Hickerson weggefahren. Bei seiner Rückkehr habe er sich zu einem Nickerchen hingelegt. Erst als sein Bruder Zach an der Tür klopfte, sei Panettiere reglos aufgefunden worden. Dazwischen habe Hickerson seine Freundin weder gesehen noch gesprochen.
Genau diese Darstellung hält Lesley Vogel für lückenhaft. „Ich weiss nicht, wie man ein Nickerchen machen kann, während in der Nähe jemand stirbt, und nicht merken, dass etwas nicht stimmt“, sagte sie der „Daily Mail“. Die Rettungskräfte seien wegen eines Herzstillstands gerufen worden. „Menschen mit Herzstillstand liegen nicht einfach still da. Sie machen Geräusche.“
Warum zweifelt die Mutter an der Darstellung des Freundes?
Vogel äussert auch Zweifel an der Rolle des Bruders. Anders als in Hickersons Schilderung sei Zach nicht zufällig vorbeigekommen, mutmasst sie. Brian habe ihn angerufen, weil er bereits gewusst habe, dass Panettiere tot war. Die Darstellung mit dem Klopfen an der Tür sei erst im Nachhinein entstanden. Belege für diese Vermutung gibt es nicht.
Zudem passt für Vogel das Notfallspray Narcan, das laut Hickersons Bruder von Brian verabreicht worden sein soll, nicht ins Bild. Die Mutter fordert die Polizei in South Carolina auf, den Fall weiter zu untersuchen.
Welche Rolle spielt die DEA im Fall Panettiere?
Die US-Drogenbehörde DEA ist inzwischen in den Fall eingebunden. Hickerson wird keine Straftat vorgeworfen. Über seine Anwältin Sloan Ellis liess er mitteilen, der Todesfall werde weiter untersucht und diese Untersuchung solle ungestört ablaufen können. Die Polizei habe keine Hinweise auf ein Verbrechen gefunden. Aus Rücksicht auf Panettieres Angehörige werde er sich vorerst nicht weiter äussern.
Wie reagiert die Mutter auf Kritik an ihrer Erziehung?
Lesley Vogel sieht sich auch mit Vorwürfen konfrontiert, sie habe ihre Tochter aus finanziellen Gründen ins Geschäft gedrängt. Diese Kritik äusserten unter anderem Moderatorin Gayle King und Podcasterin Megyn Kelly. Auch Panettiere selbst zeichnete in ihren Memoiren „This is Me: A Reckoning“ (Mai 2026) ein kritisches Bild ihrer Mutter. Sie nannte sich darin eine „kleine Soldatin“ und warf Vogel vor, eher Managerin als Mutter gewesen zu sein.
Vogel erklärte, sie habe ihre Tochter mit acht Monaten bei der Agentur Wilhelmina angemeldet, um das verdiente Geld in einen Studienfonds einzuzahlen. Eine Karriere sei nicht beabsichtigt gewesen: „Ich habe nie erwartet, dass sie eine professionelle Schauspielerin wird, niemals.“
Es kam anders: Mehr als 50 Werbespots drehte Panettiere als Kind, mit vier Jahren erhielt sie die Rolle der Sarah Roberts in „One Life to Live“, mit sieben spielte sie Lizzie Spaulding in „Guiding Light“. Für die Serie musste sie täglich 20 bis 40 Seiten Text lernen.
Zwei frühere Kollegen stützen Vogels Darstellung. Beth Chamberlin, drei Jahre lang ihre Serienmutter, und John Loprieno, ihr Serienvater bei „One Life to Live“, beschreiben ein Kind, das kurzfristige Drehbuchänderungen wegsteckte und Szenen im Eiltempo bewältigte. Anspannung zwischen Mutter und Tochter habe sie nie bemerkt, sagt Chamberlin: „Sie kam hüpfend ins Studio. Sie war einfach so glücklich.“
Vogel räumt ein, fordernd gewesen zu sein. Missbräuchlich sei sie nie gewesen, den Druck habe sich Panettiere vor allem selbst gemacht. Und ohnehin halte sie die Vorstellung für weltfremd, ein sehr kleines Kind lasse sich in eine Karriere zwingen: „Versuchen Sie mal, ein Kind zwischen zwei und fünf zu etwas zu bringen, das es nicht will.“
Welche Rolle spielte Brian Hickerson im Leben von Panettiere?
Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter sei bis in die Jugend eng geblieben, mit 16 oder 17 hätten andere Einflüsse mehr Gewicht bekommen. Als Hickerson in Panettieres Leben trat, steckte die Schauspielerin wegen einer postnatalen Depression und ihrer Suchterkrankung bereits in einer Krise.
Vogel hielt den neuen Partner von Anfang an für einen Mitgiftjäger. Hickerson sass zeitweise im Gefängnis, weil er Panettiere geschlagen hatte. Aus der Beziehung sei eine tiefe Abhängigkeit geworden, in der auch Drogen eine Rolle spielten.
Schliesslich habe Vogel den Kontakt abgebrochen. „Ich musste weggehen, weil ich ihr nicht mehr helfen konnte“, sagte Vogel. „Man kann niemanden retten, der nicht gerettet werden will.“ Heute wolle sie vor allem Gerechtigkeit für ihre Tochter.
Was bedeutet der Fall für die öffentliche Wahrnehmung?
Der Tod von Hayden Panettiere wirft Fragen auf, die über den Einzelfall hinausgehen: Wie gehen Behörden mit Todesfällen um, bei denen Suchterkrankungen und Abhängigkeitsverhältnisse im Spiel sind? Die Forderung der Mutter nach vertieften Ermittlungen zeigt, dass Angehörige oft mehr Klarheit verlangen, als erste polizeiliche Einschätzungen bieten. Für die Schweiz, wo ähnliche Fälle immer wieder für Diskussionen sorgen, bleibt die Lehre zentral: Sorgfältige Untersuchungen und Transparenz sind unerlässlich, um das Vertrauen in die Justiz zu wahren.