Norwegen: Vier Jahre Haft für Marius Borg Høiby
Das Osloer Gericht verurteilt Marius Borg Høiby, den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, zu vier Jahren Haft. Der 29-Jährige wurde der Vergewaltigung, Körperverletzung und des Drogenkonsums für schuldig befunden. Das Urteil markiert das juristische Ende eines Verfahrens, das die norwegische Königsfamilie stark belastet hat.
Welche Straftaten lagen Marius Borg Høiby zur Last?
Die Staatsanwaltschaft erhob insgesamt 40 Anklagepunkte, von denen 39 zur Verurteilung führten. Den schwersten Vorwurf bilden vier Fälle von Vergewaltigung im Sinne des norwegischen Strafrechts. Høiby soll vier Frauen während ihres Schlafs missbraucht und gefilmt haben, in einem Fall kam es zur Penetration. Während der Angeklagte diese Vorwürfe bestritt, räumte er weitere Delikte ein. Dazu zählen Körperverletzungen, Drohungen, Verstösse gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin, ein Drogendelikt sowie mehrere Verkehrsstrafen.
Wie verlief das Gerichtsverfahren in Oslo?
Der Prozess erstreckte sich über sieben Wochen zwischen Anfang Februar und Mitte März. Die Beweisführung stützte sich massgeblich auf digitale Daten. Fotos und Videos auf den Mobiltelefonen des Angeklagten, hunderte SMS-Protokolle und Internetsuchverläufe lieferten konkrete Beweise. Høiby selbst beklagte unter Tränen die Medienverfolgung seit seiner Kindheit und stellte seine Eltern unter Schutz. Bei der Urteilsverkündung war der 29-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nicht physisch anwesend. Er verfolgte den Spruch per Videolink aus der Untersuchungshaft.
Welche Auswirkungen hat der Fall auf die königliche Institution?
Marius Borg Høiby ist der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und dem Norweger Morten Borg. Als Zweijähriger wurde er in die Familie von Kronprinz Haakon aufgenommen. Er wuchs als älterer Halbbruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus auf. Obwohl er Teil der Königsfamilie ist, gehört er nicht dem Königshaus an und übt keine offiziellen Funktionen aus. Der Prozess belastet die Monarchie in einer ohnehin schwierigen Phase. Mette-Marit leidet an einer schweren Erkrankung und benötigt eine Lungentransplantation. Zudem steht die Kronprinzessin wegen ihrer historischen Verbindungen zu Jeffrey Epstein in der Kritik. Die Königsfamilie mied die Gerichtsverhandlung, besuchte Høiby jedoch regelmässig in der Haft.
Haftdauer und Forderungen der Prozessparteien
Das Gericht sprach eine Freiheitsstrafe von vier Jahren aus. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eineinhalb Jahre, beschränkt auf die von Høiby eingeräumten Taten. Kurz vor Prozessbeginn hatte Høiby erneut gegen ein Kontaktverbot verstossen und sass deshalb in Untersuchungshaft. Mehrere Gesuche um Haftentlassung, auch unter Auflagen wie einer elektronischen Fussfessel, wurden abgewiesen. Auch der Verweis auf den schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter änderte daran nichts.
Der Fall Høiby zeigt, dass die Stellung innerhalb einer königlichen Familie vor dem Gesetz keinen Schutz bietet. Die norwegischen Justizbehörden haben konsequent auf die Einhaltung der Rechtsordnung gepocht. Für die Institution der Monarchie bleibt die Aufgabe, die private Schicksalshaftung von der staatsrechtlichen Rolle zu trennen, eine andauernde Belastungsprobe.
Wie lange muss Marius Borg Høiby ins Gefängnis?
Das Gericht in Oslo verurteilte Marius Borg Høiby zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Jahren.
Wer ist Marius Borg Høiby?
Er ist der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und Stiefsohn von Kronprinz Haakon von Norwegen. Er hat keine offiziellen Aufgaben im Königshaus und übt keinen Beruf aus.
Weshalb wurde Marius Borg Høiby verurteilt?
Wegen Vergewaltigung, Körperverletzung, Drohungen, Drogenbesitzes und Verstössen gegen gerichtliche Kontaktverbote.