Sommerhitze und Trockenheit: Wann und wie oft Sie Ihre Pflanzen giessen sollten
Die vierte Hitzewelle des Sommers belastet Gärten und Balkone in der Schweiz. Hohe Temperaturen und ausbleibender Regen setzen Pflanzen stark zu. Mehrere Gemeinden haben bereits Einschränkungen erlassen. Wer noch giessen darf, sollte dies gezielt tun. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Regeln.
Topfpflanzen brauchen häufiger Wasser
Pflanzen in Töpfen trocknen deutlich schneller aus als solche im Boden. Bei kleinen Gefässen und starker Sonneneinstrahlung kann eine zweimalige Bewässerung pro Tag nötig sein. Ein einfacher Test hilft: Stecken Sie den Zeigefinger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich trocken an, giessen Sie langsam und direkt auf die Erde, bis Wasser aus dem Abflussloch tritt.
Schutz vor der Mittagshitze
Empfindliche Pflanzen sollten Sie vorübergehend aus der prallen Nachmittagssonne nehmen. Auch das enge Zusammenstellen von Töpfen bietet gegenseitigen Schatten. Automatische Bewässerungssysteme können eine wertvolle Hilfe sein. Der ideale Zeitpunkt zum Giessen ist der frühe Morgen. Hängen die Blätter jedoch bereits schlaff, sollten Sie nicht bis zum nächsten Tag warten.
Gründlich giessen statt häufig
Bei Blumen- und Gemüsebeeten gilt: Lieber seltener, dafür gründlich. Das Wasser sollte nicht nur die obersten Zentimeter befeuchten, sondern bis in etwa 15 Zentimeter Tiefe eindringen. Achten Sie darauf, den gesamten Wurzelbereich zu benetzen und die Blätter möglichst trocken zu lassen. Wassertropfen auf Blättern können bei Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen führen.
Besonders schützenswerte Pflanzen
Frisch gepflanzte Bäume, Sträucher, Jungpflanzen und Gemüse benötigen besondere Aufmerksamkeit. Ältere Gehölze und Hecken kommen meist lange ohne zusätzliches Wasser aus. Eine Mulchschicht aus Kompost, Häckselgut oder Rasenschnitt von etwa fünf Zentimetern Dicke hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt die Wurzeln vor Hitze.
Rasen: Braune Halme sind nicht gleich tot
Ein brauner Rasen ist nicht automatisch ein toter Rasen. Bei gut eingewachsenen Flächen stirbt in der Trockenheit vor allem das sichtbare Gras ab, während die Wurzeln überleben und nach dem nächsten Regen wieder austreiben. Wer auf die Optik Wert legt, muss viel giessen. Wer die braunen Halme akzeptiert, kann auf die Bewässerung verzichten. Ausnahmen sind frisch gesäte oder neu verlegte Flächen.
Weitere Pflegetipps bei Trockenheit
Verzichten Sie auf das Mähen. Längere Halme beschatten den Boden und fördern tiefere Wurzeln. Dünger, Unkrautvernichter, Vertikutieren und Reparaturen sollten Sie auf eine kühlere und feuchtere Phase verschieben. Diese Massnahmen können einem vertrockneten Rasen mehr schaden als nützen.
Prioritäten bei Wasserknappheit
Wird das Wasser knapp oder gelten Bewässerungsverbote, sollten Sie nicht überall ein wenig giessen, sondern die empfindlichsten Pflanzen ausreichend versorgen. An erster Stelle stehen Balkon- und Topfpflanzen, danach frisch gesetzte Bäume, Sträucher, Setzlinge und Gemüse sowie Pflanzen mit Früchten.
Regenwasser und lokale Vorschriften
Gesammeltes Regenwasser eignet sich besonders gut zum Giessen. Lokale Sparappelle und Bewässerungsverbote haben jedoch Vorrang. Die nationale Trockenheitsplattform weist darauf hin, dass Gemeinden bei grosser Knappheit das Bewässern von Gärten und Rasenflächen einschränken können. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Regelungen in Ihrer Gemeinde.