Strittiger Platzverweis kostet Thun den CL-Traum
Der FC Thun ist in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League ausgeschieden. Eine umstrittene rote Karte gegen Captain Marco Bürki leitete die Wende ein. Die Berner Oberländer unterlagen Dinamo Zagreb nach Verlängerung mit 2:3.
Wie kam es zur roten Karte?
Rund 15 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit führte Thun mit 2:0. Nach einem verletzungsbedingten Unterbruch spielten die Kroaten den Ball aus Fairness an Bürki zurück. Doch statt abzuwarten, pressten sie sofort. Bürki, der den Ball noch nicht kontrolliert hatte, wurde abgefangen und foulte den gegnerischen Stürmer. Schiedsrichter Radoslaw Gidschenow zeigte Rot.
Trainer Privitelli spricht von maximaler Ungerechtigkeit
Trainer Gian-Luca Privitelli zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht. Er bezeichnete die Situation als maximal unfair. Die Kroaten hätten den Ball zurückgegeben, aber sofort wieder gepresst. Das sei nicht die Gentleman-Art. Privitelli räumte jedoch ein, dass Bürki den Ball hätte wegschlagen können. Der Schiedsrichter habe sich von der Stimmung im Stadion beeinflussen lassen. In der Schweiz hätte er wohl nicht Rot gezeigt.
Spieler Roth sieht Eigenverschulden
Auch Justin Roth kritisierte die Fairness der Kroaten. Sie hätten gepresst, bevor Bürki den Ball überhaupt hatte. Bis zur roten Karte habe Thun alles im Griff gehabt. Zagreb habe keine gefährlichen Chancen gehabt. Nach dem Platzverweis erwachte das Publikum. Die Emotionen übertrugen sich auf die Spieler. Roth räumte aber auch ein, dass man sich an der eigenen Nase nehmen müsse. Mit einem Mann weniger habe man sich zu stark hinten reindrücken lassen.
Europa League als Trostpflaster
Trotz der Niederlage zog Privitelli ein positives Fazit. Das Team habe gut gekämpft, der Staff hervorragende Arbeit geleistet. Er sei stolz auf den Zusammenhalt. Und es winkt ein Trostpflaster: Thun spielt nun in der Qualifikation zur Europa League. Roth bemerkte, dass es nun nicht mehr nach den Sternen gehe, aber die Europa League sei ein schöner Preis.