FC Thun nach Derby-Pleite: Gerber mahnt zur Besinnung
Der FC Thun hat am Samstagabend im Kantonsderby gegen die Young Boys eine schmerzhafte 0:6-Niederlage hinnehmen müssen. Vor 10'014 Zuschauern im ausverkauften Stockhorn Arena lag der Meister bereits zur Pause mit 0:3 zurück. Die Partie offenbarte die aktuellen Schwächen des Teams, das nach einer intensiven Europacup-Woche und zahlreichen personellen Veränderungen noch nicht in der gewohnten Verfassung ist.
Die Ursachen der Niederlage
Thun-Präsident Andres Gerber analysierte im Pausen-Interview bei blue Sport mehrere Faktoren: den starken Gegner YB, die Doppelbelastung durch die Europacup-Qualifikation, die vielen Wechsel im Kader sowie die Abgänge von Leistungsträgern. Trainer Gian-Luca Privitelli hatte nach den Strapazen des Champions-League-Aus gegen Dinamo Zagreb (2:3 nach Verlängerung) auf sechs Positionen rotiert. Gerber betonte: „Wir werden jetzt am Meistertitel gemessen, aber wir sind nicht mehr die gleiche Mannschaft. Das ist eine komplett neue Situation.“
Verteidiger Bürgy spricht von kollektivem Versagen
Verteidiger Nicolas Bürgy, der diese Saison aus Dänemark in die Heimat zurückkehrte, zeigte sich nach der Derby-Pleite enttäuscht. „Wir haben alles vermissen lassen, was uns letzte Saison so stark gemacht hat. Wir haben als Mannschaft versagt, aber auch jeder individuell“, erklärte der 30-Jährige. Die Doppelbelastung sei ein Faktor, aber keine Ausrede. „Es hat überall gefehlt.“
Der nächste Prüfstein: Europa-League-Qualifikation gegen Vikingur Reykjavik
Bereits am 6. August geht es für den FC Thun in der Qualifikation zur Europa League gegen den isländischen Meister Vikingur Reykjavik weiter. Gerber und Sportchef Dominik Albrecht prüfen derzeit den Transfermarkt, wollen aber keine Paniktransfers tätigen. „Wir gehen unseren Weg. Und dabei gibt es halt auch einige Lektionen, die in die Hose gehen können“, fasste Gerber zusammen. Bürgy sieht die Partie als Chance zur Rehabilitation: „Wir können wieder beweisen, dass wir es besser können. Die Mannschaft hat Qualität, vor allem als Team selbst, weil jeder den anderen besser macht.“
Fazit: Eine Lektion für den Meister
Die Niederlage gegen YB ist für den FC Thun ein Weckruf. Die Mannschaft muss aus den Fehlern lernen und sich auf die kommenden Aufgaben konzentrieren. Die Europa-League-Qualifikation bietet die Gelegenheit, die Stärken der letzten Saison wiederzubeleben und die Saisonziele nicht aus den Augen zu verlieren. Für die Fans im Berner Oberland bleibt die Hoffnung, dass der Meistertitel nicht nur eine Last, sondern auch eine Motivation ist.