E-Bike-Akku reparieren statt ersetzen: Hunderte Franken sparen
E-Bikes boomen in der Schweiz. Doch wenn die Reichweite nachlässt, stehen viele vor der Frage: Neuer Akku oder Reparatur? Letzteres kann nicht nur Geld sparen, sondern auch Ressourcen schonen. Ein genauer Blick auf Chancen und Risiken.
Warum eine Reparatur oft günstiger ist
Der Kauf eines neuen Originalakkus kann schnell mehrere Hundert Franken kosten, in Einzelfällen sogar über 2000 Franken. Demgegenüber bieten spezialisierte Betriebe wie Swissvolts, Youmo, Accufit oder Büenzli Batteries in der Schweiz einen Zellentausch an. Dabei werden die einzelnen Lithium-Ionen-Batterien im Akku durch neue, leistungsfähigere Zellen ersetzt. Eine solche Reparatur kostet in der Regel einige Hundert Franken, variiert jedoch je nach Modell und Hersteller.
Wie funktioniert der Zellentausch?
Ein E-Bike-Akku besteht aus mehreren Lithium-Ionen-Batterien. Beim Zellentausch werden die alten Batterien durch neue ersetzt. Dadurch kann der Akku seine ursprüngliche Kapazität wieder erreichen, und in manchen Fällen lässt sich die Kapazität sogar steigern, sofern Bauweise und Batterie-Management-System dies zulassen.
Ist ein reparierter Akku ein Sicherheitsrisiko?
Hersteller wie Bosch oder Shimano sowie der TCS raten von einer Reparatur ab. Ein geöffneter Akku erfülle nicht mehr die ursprünglichen Sicherheitsstandards, und Fehler könnten im schlimmsten Fall zu einem Brand führen. Private Reparaturbetriebe widersprechen: Entscheidend sei nicht, wer die Reparatur durchführe, sondern ob sie fachgerecht, mit geeigneten Komponenten und den notwendigen Prüfungen erfolge. Einig sind sich beide Seiten: Laien sollten defekte Akkus niemals selbst reparieren.
Wann ist eine Reparatur nicht möglich?
Das Batterie-Management-System (BMS) überwacht den Akku und schützt ihn vor Überhitzung. Wird der Akku geöffnet, kann das BMS ihn sperren. Einige Reparaturbetriebe haben jedoch Wege gefunden, bei bestimmten Marken auf das BMS zuzugreifen. Es empfiehlt sich daher, vorab nachzufragen, ob der Betrieb Zugriff auf das BMS des betreffenden Akkus hat.
Mehr Zusammenarbeit für Nachhaltigkeit
Velofachgeschäfte und Reparaturbetriebe arbeiten zunehmend zusammen. Swissvolts etwa hat seit Gründung mit über 200 Fachgeschäften kooperiert. Auch Akkuhersteller gehen vereinzelt Partnerschaften ein, wie die zwischen Accufit und dem Schweizer Motorenhersteller Maxon. Laut Accufit braucht es mehr solche Kooperationen, denn Nachhaltigkeit funktioniere nur gemeinsam. Davon profitierten letztlich auch die Konsumentinnen und Konsumenten.
Fazit: Abwägung zwischen Kosten und Sicherheit
Die Reparatur eines E-Bike-Akkus kann Hunderte Franken sparen und Ressourcen schonen. Allerdings ist sie nicht für jedes Modell geeignet, und Sicherheitsbedenken sind ernst zu nehmen. Wer sich für eine Reparatur entscheidet, sollte einen spezialisierten Betrieb wählen und vorab klären, ob das BMS zugänglich ist. Für eine nachhaltige Mobilität in der Schweiz ist dies ein sinnvoller Schritt – vorausgesetzt, die Reparatur erfolgt fachgerecht.