Beliani-Kundendienst sorgt für Unmut bei Schweizer Konsumenten
Der Online-Möbelhändler Beliani steht wegen seines Kundendienstes in der Kritik. Mehrere Schweizer Konsumenten wandten sich an das SRF-Konsumentenmagazin "Espresso" und beklagen den mangelhaften Umgang mit Reklamationen und Schadensfällen.
Defektes Sofa: Kunde soll selbst reparieren
Eine Kundin bestellte ein mehrteiliges Sofa für 1250 Franken. Bereits bei der Lieferung beschädigten die Transporteure die Verpackung absichtlich, um die Kisten besser greifen zu können. Nach der Montage stellte sich heraus: Die Sofateile passten nicht zusammen.
Der Kundendienst schlug vor, die Kundin solle mit "handwerklichem Geschick" die Teile selbst passend machen. Als Gegenleistung bot Beliani eine Preisreduktion an. Nach Ablehnung dieses Vorschlags war das Unternehmen bereit, die Ware abzuholen, jedoch nur in der Originalverpackung. Andernfalls würde die Rückerstattung um 200 Franken gekürzt.
"Ich versuchte zu erklären, dass nicht wir die Originalverpackung beschädigt hatten", berichtet die Kundin. Schliesslich durfte sie die Teile alternativ verpacken, musste jedoch die entsprechende Möbelfolie auf eigene Kosten im Baumarkt besorgen.
Gutschein nur einmal einlösbar
Ein Ehepaar aus Bern bestellte eine Gartenlounge für 1000 Franken. Ein Verbindungsteil war beschädigt, konnte aber selbst repariert werden. Als Entschädigung erhielt das Paar einen Gutschein über 200 Franken.
Nach teilweiser Einlösung von knapp 100 Franken folgte die Überraschung: Der Restbetrag verfiel, da der Gutschein laut Geschäftsbedingungen nur einmal eingelöst werden kann. "Nie wieder Beliani! Da gibt es andere, mit einem kundenfreundlicheren Kundendienst", ärgert sich die Kundin.
Haftung für Montageschäden abgelehnt
Eine weitere Kundin bestellte einen Metallschrank inklusive Montage. Nach dem Aufbau entdeckte sie Kratzer im Parkett, die zuvor nicht vorhanden waren. Beliani lehnte jede Haftung ab und behauptete später, die Monteure hätten den Schrank auf dem Bett zusammengebaut, weshalb keine Parkettschäden entstanden sein könnten.
Beliani: Einzelfälle trotz standardisierter Prozesse
Beliani rechtfertigt sich mit der hohen Anzahl täglicher Bestellungen und Serviceanfragen. In Einzelfällen könne es trotz standardisierter Prozesse zu Unzufriedenheit kommen. Das Unternehmen entwickle den Kundenservice laufend weiter und strebe stets "faire und kundenorientierte Lösungen" an.
Zu den konkreten Fällen äusserte sich Beliani differenziert: Bei Fall 1 wird der Ablauf intern überprüft, bei Fall 2 bedauert man das Missverständnis bezüglich der Gutscheinbedingungen, und bei Fall 3 wurde eine Kulanzlösung angeboten, nachdem kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Montage und Schäden festgestellt werden konnte.
Die Fälle zeigen exemplarisch die Herausforderungen im Online-Möbelhandel, wo Konsumentenschutz und Geschäftspraktiken oft aufeinanderprallen. Schweizer Verbraucher sind gut beraten, Geschäftsbedingungen genau zu prüfen und bei Problemen hartnäckig zu bleiben.