Die Fäaschtbänkler: Schweizer Erfolgsband mit Millionen Fans im Ausland
Die fünf Musiker der Band Fäaschtbänkler aus dem Rheintal zählen zu den erfolgreichsten Schweizer Acts. Rund 1,8 Millionen Hörer pro Monat streamen ihre Musik auf Spotify, und sie füllen Hallen in Deutschland, Österreich und Polen. In der Schweiz hingegen bleibt die Band oft unter dem Radar. Ein Besuch in Altstätten zeigt, wie Bodenständigkeit und Freundschaft den Erfolg tragen.
Wer sind die Fäaschtbänkler?
Die Band besteht aus fünf Musikern, die sich vor rund 20 Jahren in der Jugendmusik Kriessern kennenlernten. Roman Wüthrich (Akkordeon), Marco Graber (Bass), Roman Pizio (Trompete), Michael Hutter (Klarinette) und Andreas Frei (Gitarre) verbindet eine langjährige Freundschaft. Heute leben alle hauptberuflich von der Musik. Die Band produziert ihre Songs im eigenen Tonstudio, organisiert das Merchandising selbst und pflegt die Social-Media-Kanäle. Jeder hat seine spezifische Aufgabe: Pizio kümmert sich um die Online-Präsenz, Graber um die Finanzen, Hutter um den Versand, Wüthrich um Arrangements und Frei um die Produktion.
Warum ist die Band im Ausland erfolgreicher als in der Schweiz?
Die Fäaschtbänkler spielen einen Mix aus Blasmusik, Pop und Techno. Ihre Texte sind auf Hochdeutsch, was ihnen den Zugang zu einem internationalen Publikum erleichtert. In Deutschland und Österreich geniesst die Blasmusik einen höheren Stellenwert als in der Schweiz, wie Bassist Marco Graber erklärt. Die Band tritt fast jedes Wochenende zweimal auf, oft in Österreich, Deutschland oder Polen. In der Schweiz hingegen sind die Auftritte seltener, und der Erfolg bleibt vergleichsweise unbemerkt. Die Musiker schätzen diese Anonymität: Sie können im Heimatort einkaufen, ohne erkannt zu werden.
Wie entstand der ungewöhnliche Bandname?
Der Name «Fäaschtbänkler» hat einen praktischen Ursprung. Die Band spielte ihre ersten Auftritte auf Festbänken statt auf Bühnen. Bei der Namenssuche gab es nur zwei Vorschläge, einer davon war «Fäaschtbänkler». Der andere sei «mega schlecht» gewesen, erinnert sich Graber. Die Band habe nie gross über Strategien nachgedacht, sondern einfach gemacht und veröffentlicht. Ihr grösster Hit «Can You English Please» wäre beinahe nicht aufs Album gekommen.
Welche Rolle spielen Auszeichnungen?
Trotz ihres Erfolgs haben die Fäaschtbänkler noch nie einen Swiss Music Award gewonnen. Roman Pizio findet, das wäre schon etwas Schönes. Michael Hutter hingegen zeigt sich gleichgültig: «Solche Preise bedeuten mir nicht besonders viel.» Die Band legt mehr Wert auf die Freude an der Musik und die Freundschaft untereinander. «Wenn auf der Bühne etwas passiert, stehen vier Leute neben dir, die dich auffangen», sagt Roman Wüthrich.
Wie sieht die Zukunft der Band aus?
Die Fäaschtbänkler planen keine grossen Veränderungen. Sie wollen weiterhin Musik machen und Konzerte spielen. Die Nachfrage im Ausland bleibt hoch, und die Band freut sich über die wachsende Fangemeinde. In der Schweiz hoffen sie auf mehr Anerkennung, doch das ist nicht ihr Hauptantrieb. «Uns verbindet seit Jahren etwas: die Freude an der Musik», sagt Roman Pizio. Das nächste Konzert wartet bereits, irgendwo zwischen Altstätten, Wien und Hamburg.
Foto: Blick.ch