Dodo Hug im Porträt: „Ich bin zu pedantisch“
Die Schweizer Musikerin Dodo Hug, bekannt für ihre vielseitigen Chansons und ihre langjährige Bühnenpräsenz, gibt in einem Interview mit Blick Einblicke in ihr Privatleben, ihre künstlerischen Inspirationen und ihre Ansichten zu Alltagsfragen. Die gebürtige Le Loclerin spricht offen über ihre Kindheit, prägende Erlebnisse und aktuelle Projekte.
Frühe Jahre und musikalische Anfänge
Dodo Hug wuchs in Le Locle im Kanton Neuenburg auf, wo die Winter mit Temperaturen bis zu minus 35 Grad besonders hart waren. Als Jugendliche schmückte sie ihr Zimmer mit Postern französischer Chanson-Stars und las regelmässig die Zeitschrift „Bravo“. Ihre frühe Begeisterung galt der Sängerin Caterina Valente, die sie für ihre Vielseitigkeit bewunderte: „Sie konnte viele Sprachen, sang Bossa nova, tanzte und schauspielerte. Immer wieder haben mich Frauen beeinflusst.“
Ein Wendepunkt in den 1990er-Jahren
Das Jahr 1993/94 markierte einen entscheidenden Einschnitt in ihrem Leben. Hug löste damals ihr Ensemble Mad Dodo auf, um sich auf Solopfade zu begeben. Parallel dazu lernte sie ihren Mann kennen, hörte mit dem Rauchen auf und bestand die Autoprüfung. Diese Veränderungen beschreibt sie als prägend für ihre weitere Karriere und ihr Privatleben.
Persönliche Eigenschaften und Komplimente
Auf die Frage nach unliebsamen Eigenschaften nennt Hug ihre Impulsivität: „Ich platze manchmal zu schnell heraus. Mein Mann ist etwas jünger, denkt aber zuerst nach, bevor er sich äussert.“ Ein besonderes Kompliment, das sie bis heute prägt, stammt vom verstorbenen Kabarettisten Kaspar Fischer, der ihr an Silvester das Timing des berühmten Clowns Charlie Rivel bescheinigte.
Kulinarische Vorlieben und künstlerische Inspiration
Hug schätzt die sardische Küche, da ihr Mann von der Mittelmeerinsel stammt. Gerichte wie Pane Frattau oder Fregola mit Meeresfrüchten stehen dabei hoch im Kurs, aber auch asiatische und Schweizer Spezialitäten kommen auf den Tisch. Ihre Liedtexte entstehen aus Alltagsbeobachtungen, Gesprächen mit Freunden und aktuellen Themen. Derzeit arbeitet sie an einem Song über die Generation Z und deren Befindlichkeiten.
Arbeitsweise und Umgang mit Schreibblockaden
Ihre Musik entsteht häufig am Computer, wo sie Texte verfasst. Aufnahmen erfolgen im eigenen Atelier oder an externen Orten, etwa in Sardinien. Bei Schreibblockaden hilft ihr eine einfache Methode: „Wenn es nicht weitergeht, lege ich das Lied weg und mache etwas anderes.“
Gesellschaftliche Anliegen und persönliche Zukunft
Hug äussert sich auch zu gesellschaftlichen Fragen. Sie plädiert für eine Registrierung von Velos und E-Trottinets, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen: „Viele Velofahrer halten sich an keine Regeln mehr und fahren rücksichtslos, was sehr gefährlich ist.“ Auf die Frage nach ihrem Wert in Franken reagiert sie deutlich: „Das ist eine blöde Frage. Menschen sind unbezahlbar.“
Für die Zukunft blickt sie optimistisch nach vorne: „Ich schaue lieber nach vorne und bin gespannt auf das, was noch kommt.“ Auf eine einsame Insel würde sie ihren Mann, eine Gitarre und einige Bücher mitnehmen.