Verkehrsbetriebe Luzern setzen auf systematisches Gesundheitsmanagement
Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) zeigen exemplarisch auf, wie moderne Arbeitgeberführung in einem traditionellen Schweizer Betrieb funktioniert. Mit über 600 Mitarbeitenden und einer Flotte von mehr als 150 Fahrzeugen steht das Unternehmen vor den typischen Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs: Stressbelastung durch dichten Stadtverkehr, unregelmässige Arbeitszeiten und die Verantwortung für Fahrgäste.
Zertifizierte Qualität im Gesundheitswesen
Seit sechs Jahren trägt die VBL das Label "Friendly Work Space" von Gesundheitsförderung Schweiz. Diese Zertifizierung ist mehr als eine Auszeichnung, sie dokumentiert ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). "Wenn man für das Label geprüft wird, kann man viel lernen", erklärt CEO Laurent Roux, der selbst wöchentlich am Steuer sitzt.
Sara Barmettler, HR-Spezialistin für BGM, betont die strukturelle Bedeutung: "Ursprünglich ging es darum, dem Thema Gesundheitsmanagement mehr Struktur zu geben und unser Commitment gegenüber den Mitarbeitenden zu bekräftigen."
Führung in dezentralen Strukturen
Die besonderen Anforderungen des Fahrdienstes erfordern angepasste Führungskonzepte. Teamleiter Cesare Fersini beschreibt die Herausforderung: "Verstopfte Strassen, Verspätungen und Fahrgäste, die ihren Zug erreichen müssen" verlangen nach speziellen Bewältigungsstrategien.
Die VBL setzt auf gezieltes mentales Training und Stressmanagement als feste Bestandteile der Fahrschulprogramme. Das Motto "nie allein" unterstreicht dabei die praktische Unterstützung: Die Leitstelle ist jederzeit erreichbar und wird von erfahrenen Kollegen mit eigener Fahrerfahrung besetzt.
Technologischer Wandel als Chance
Der bevorstehende Umstieg auf Elektrobusse und der Angebotsausbau Ende 2026 stellen die VBL vor einen grundlegenden "Change-Prozess". In den Werkstätten wandelt sich das Berufsbild grundlegend: "Die modernen Fahrzeuge sind IT-Plattformen", beschreibt CEO Roux den Wandel.
Diese Transformation erfordert kontinuierliche Weiterbildung und Kommunikation, um Ängste abzubauen und neue Kompetenzen zu vermitteln. Die VBL investiert gezielt in die Befähigung ihrer Mitarbeitenden.
Messbare Erfolge
Die Investitionen in das Gesundheitsmanagement zeigen konkrete Resultate. CEO Roux kann eine tiefere Absenzenrate im Vergleich zu anderen städtischen Unternehmen vorweisen. Die Fluktuation wird kontinuierlich überwacht und zeigt die Attraktivität der VBL als krisensichere Arbeitgeberin.
Besonders in technischen Bereichen, wo Nachwuchsmangel herrscht, erweist sich das zertifizierte Gesundheitsmanagement als entscheidender Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt.
Nachhaltige Unternehmensstrategie
Die VBL-Verantwortlichen verstehen Gesundheitsmanagement als strategische Investition. Sara Barmettler fasst zusammen: "Ein aktives und zertifiziertes Gesundheitsmanagement ist längst kein 'Nice-to-have' mehr, sondern ein entscheidender Faktor, um als Arbeitgeberin attraktiv zu bleiben."
Diese Haltung entspricht dem schweizerischen Verständnis von verantwortungsvoller Unternehmensführung: nachhaltig, mitarbeiterorientiert und wirtschaftlich erfolgreich. Die VBL zeigt, wie traditionelle Werte mit modernen Managementmethoden verbunden werden können, um sowohl den Mitarbeitenden als auch dem Unternehmen zu dienen.