SRF-Bestenliste März 2026: Schweizer Literatur im Aufwind
Die aktuelle SRF-Bestenliste für März 2026 zeigt eine erfreuliche Entwicklung für die Schweizer Literaturlandschaft. Mit Julia Weber auf dem dritten Platz etabliert sich eine heimische Autorin zwischen internationalen Grössen wie Julian Barnes und Leïla Slimani.
Schweizer Talent im internationalen Vergleich
Julia Webers Roman «Weil ich Ruth bin» erreicht mit 20 Punkten den dritten Rang und bestätigt die Qualität der Schweizer Gegenwartsliteratur. Die Autorin schafft mit ihrer Protagonistin Ruth, die Menschen durch Küsse in Tiere verwandeln kann, einen bemerkenswerten literarischen Kosmos. Diese Platzierung unterstreicht die Bedeutung der kulturellen Förderung im deutschsprachigen Raum der Schweiz.
Internationale Spitzenreiter
Den ersten Platz belegt erwartungsgemäss Julian Barnes mit seinem Alterswerk «Abschied(e)» (54 Punkte). Der 80-jährige Booker-Preisträger behandelt in seinem nach eigenen Angaben letzten Buch die grossen Themen des Lebens: Liebe, Tod und Erinnerung. Auf dem zweiten Rang folgt Leïla Slimani mit «Trag das Feuer weiter» (46 Punkte), dem Abschluss ihrer dreiteiligen Familiensaga.
Vielfalt der literarischen Stimmen
Die Liste zeigt eine bemerkenswerte thematische Bandbreite. Son Lewandowskis Debüt «Die Routinen» (Platz 5, 14 Punkte) thematisiert den Leistungssport und dessen Schattenseiten, während Tove Ditlevsens Gedichtband «Da wohnt ein junges Mädchen in mir, das nicht sterben will» (Platz 4, 18 Punkte) die dänische Klassikerin in neuem Licht zeigt.
Bewertungsverfahren und Jury
Die Bestenliste basiert auf der Bewertung von 31 Jurymitglieder aus 50 Fachleuten, darunter Buchkritiker, Bibliothekare und Literaturwissenschaftler. Das transparente Punktesystem gewährleistet eine objektive Bewertung aktueller Literatur, wobei nur Titel berücksichtigt werden, deren Veröffentlichung maximal sechs Monate zurückliegt.
Diese Entwicklung zeigt, dass die Schweizer Literatur durchaus mit internationalen Standards mithalten kann und verdient Beachtung in der deutschsprachigen Kulturlandschaft findet.