Sieben historische Altstädte in der Schweiz: Perfekte Ausflugsziele für Kenner
Die Schweiz bietet eine Fülle von historischen Altstädten, die sich hervorragend für Tagesausflüge oder Zwischenhalte auf längeren Reisen eignen. Zwischen verwinkelten Gassen, ehrwürdigen Stadttoren und jahrhundertealten Häusern erzählen diese sieben Orte ihre ganz eigene Geschichte. Sie laden dazu ein, das Tempo zu drosseln und die kulturelle Vielfalt des Landes zu entdecken.
Bremgarten AG: Ein Spaziergang entlang der Reuss
Viele kennen das kleine Aargauer Städtchen an der Reuss primär als Kulisse des alljährlichen Christchindli-Märts, der im Advent Zehntausende anzieht. Doch Bremgarten ist auch ausserhalb der Weihnachtszeit einen Besuch wert. Ein besonders schöner Spaziergang beginnt unten an der Reuss, von wo aus man die alten Fassaden der Stadt auf der gegenüberliegenden Flussseite bewundern kann. Eine alte Holzbrücke überquert die Reuss, dann führt eine steile Kurve vorbei an hübschen Läden und Cafés in den Altstadtkern. Lohnenswert ist der im Rahmen der Stadtführungen angebotene Aufstieg auf den alten Spittelturm. Wer im Sommer mit dem Gummiboot anreist, kann sich nach der Stadtbesichtigung wunderbar auf der Reuss treiben lassen.
Diessenhofen TG: Der grösste erhaltene Altstadtkern im Thurgau
Diessenhofen, das 1178 das Stadtrecht erhielt, lockt mit seiner wunderbaren Lage am Rheinufer. Die engen Gassen und die hohen Altstadthäuser mit ihren regionentypischen Fachwerkfassaden erinnern an die Zeit im Mittelalter, als die Kyburger hier Handel trieben und Münzen prägten. Frisch restauriert ist die Holzbrücke über den Rhein hinüber ins deutsche Städtchen Gailingen.
Lichtensteig SG: Ein Kleinod im Toggenburg
Das Kleinod im Toggenburg wurde bereits 1975 vom Europarat für seine vorbildliche Ortspflege ausgezeichnet. Die Lichtensteiger wissen, wie schön sie es haben und wie schützenswert ihre Altstadt ist. Die wichtigsten Gebäude im historischen Kern sind mit Hinweistafeln versehen, und die Altstadtgassen wurden mit historischen Beschriftungstafeln ausgestattet. Auf dem Lichtensteiger Ortsplan sind zudem zwei Stadtrundgänge beschrieben, die an den schönsten Fassaden und den ältesten Ecken vorbeiführen.
Greyerz FR: Mittelalterlicher Charme auf einem Hügel
Die wunderbar auf einem Hügel gelegene Altstadt von Greyerz (oder Gruyères) ist selten allein. Am Fusse des Schlosses der einstigen Grafen von Greyerz, das heute besichtigt werden kann, liegt das mittelalterlich anmutende Quartier. Links und rechts der Marktgasse, der einzigen Strasse der Altstadt, reihen sich Häuserfassaden aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Wer früh am Morgen oder spät am Abend kommt, hat vielleicht Glück und die Marktgasse für sich alleine. Spätestens ab Mittag füllt sich das hübsche Städtchen, auch wegen der berühmten Meringues mit Doppelrahm, die hier in allen Cafés gereicht werden.
Intragna TI: Steingässchen im Herzen des Centovalli
Von Locarno aus schlängelt sich die Strasse hinein ins grüne Centovalli. Hier, im Herzen des wilden West-Tessins, liegt das alte Städtchen Intragna, dessen enge Steingässchen zu den schönsten im ganzen Land gehören. Im Mittelalter richteten es sich die Bischöfe von Como in der Gegend gemütlich ein. Heute leben in den alten Steinhäusern neben ein paar Einheimischen auch viele Deutschschweizer, die der Magie des Ortes nicht widerstehen können und regelmässig in ihre Ferienwohnungen zurückkehren.
Saint-Ursanne JU: Mittelalterliches Juwel am Doubs
Saint-Ursanne breitet sich in einem bewaldeten Tal aus und fasziniert mit seinem mittelalterlichen Kern. Eingebettet in eine üppige Natur am Ufer des Doubs, birgt das Städtchen zahlreiche Schätze. Die Bürgerhäuser aus dem 14. Jahrhundert, der wunderbare Kreuzgang der alten Stiftskirche, der Ausblick von der hoch gelegenen Eremitage, die drei Stadttore und die hübschen Brücken über den Doubs gehören zu den Highlights. Besonders hübsch ist der öffentliche Kräutergarten vor der Stadtmauer.
Willisau LU: 900 Jahre Geschichte und Willisauer-Ringli
Im Jahr 1101 wurde die Ortschaft Willenshôwo erstmals erwähnt. Seither hatte das hübsche Städtchen im Luzerner Hinterland historisch gesehen ziemlich Pech. Insgesamt viermal wurde die Stadt von Feuersbrünsten oder rachsüchtigen Herren, wie etwa 1386 durch Herzog Leopold III., zerstört. Heute ist es friedlich in der spätmittelalterlichen Altstadt. Besonders hübsch ist die Hauptgasse, an deren Anfang und Ende je ein Turm steht. Die Strasse ist so breit, dass sie viel mehr wie ein Platz wirkt und zum Verweilen einlädt. Drei siebeneckige Brunnen plätschern dort, und in den angrenzenden Cafés und Konditoreien werden die berühmten harten Willisauer-Ringli verkauft. Ein Grund mehr, dem Städtchen einen Besuch abzustatten.
Diese sieben Altstädte bieten nicht nur historische Einblicke, sondern auch kulinarische Genüsse und landschaftliche Reize. Sie sind ideale Ziele für einen Tagesausflug und zeigen die kulturelle Vielfalt der Schweiz.