Günstiger tanken, fliegen und shoppen: Die besten Zeitpunkte für den Kauf
Das Leben in der Schweiz ist teuer, und viele Haushalte suchen nach Wegen, Kosten zu senken. Ein Hebel, der oft unterschätzt wird, ist der richtige Zeitpunkt für grössere und kleinere Anschaffungen. Ob Flugtickets für die nächsten Ferien, die Tankfüllung oder ein neuer Laptop: Wer die Preismechanismen kennt, kann bares Geld sparen. Der wichtigste Grundsatz bleibt jedoch, Angebote systematisch zu vergleichen.
Wann ist Tanken am günstigsten?
Die Preise an Schweizer Tankstellen folgen einem gewissen Rhythmus. Gemäss dem Automobilclub Schweiz (ACS) ist das Tanken am Abend zwischen 18 und 20 Uhr am günstigsten. Auch am frühen Morgen, vor dem Berufsverkehr, sind die Preise tendenziell tiefer. Während der Stosszeiten am Morgen verlangen die Tankstellen dagegen die höchsten Preise.
Beim Wochentag empfiehlt es sich, die Tankfüllung nicht auf Freitag, vor Brückentagen oder zu Ferienbeginn zu legen, da dann die Nachfrage steigt. Ein Tag mitten in der Woche ist oft günstiger. Allerdings sind die Schwankungen in der Schweiz minimal und bewegen sich im Rappenbereich, anders als im Ausland.
Der Standort entscheidet stärker als die Uhrzeit
Grösser als der zeitliche Einfluss ist der räumliche. Tankstellenpreise entstehen durch Nachfrage, lokalen Wettbewerb und Einkaufspreise. Innerhalb einer Stadt können die Differenzen erheblich sein. Besonders günstig sind Tankstellen in dicht besiedelten Gebieten mit mehreren Konkurrenten. Teuer ist es dagegen an einsamen Autobahnraststätten.
Der Touring Club Schweiz (TCS) bietet eine Karte mit den günstigsten Tankstellen in der Nähe. Ein kleiner Umweg kann sich lohnen: Bei einem Preisunterschied von mindestens zwei Rappen pro Liter rentiert sich ein Umweg von fünf Kilometern bei leerem Tank.
Flugpreise: Wann bucht man am besten?
Der wichtigste Faktor für den Flugpreis ist die Nachfrage, wie das Vergleichsportal Comparis erklärt. Fluggesellschaften nutzen Dynamic Pricing, also eine flexible Preisgestaltung, die sich mehrmals täglich ändern kann. Trotzdem gibt es saisonale Trends, die sich für die Planung nutzen lassen.
Am günstigsten sind Flüge zu Zeiten, die bei anderen Reisenden unbeliebt sind. Die Mitte der Woche ist oft günstiger als Freitag und Sonntag, da diese Tage besonders gefragt sind. Laut der Plattform Kayak ist jedoch die Beobachtung der Nachfragetrends wichtiger als die Wahl eines bestimmten Wochentags.
Auch die Destination spielt eine Rolle: Mittelmeerländer sind im Winter günstiger, während die Sommermonate und der Dezember die höchsten Preise verzeichnen. Flüge in der Nebensaison und ausserhalb der Schulferien sind grundsätzlich preiswerter.
Mythen über den Buchungszeitpunkt
Ein verbreiteter Mythos besagt, dass frühes Buchen immer günstiger ist. Laut Comparis setzen Fluggesellschaften die Preise für beliebte Routen in der Economy Class jedoch weit im Voraus hoch an. Danach sinken sie, bevor sie kurz vor dem Abflug wieder ansteigen, da die Nachfrage nach den letzten Plätzen hoch ist.
Analysen des Portals Momondo zeigen, dass Schnäppchenjäger ihre Flüge sechs bis acht Wochen vor dem Abflug buchen sollten. Für beliebte Langstreckenziele wie New York, Bangkok, Kapstadt, Cancun oder Bali empfiehlt sich eine Buchung rund 60 Tage im Voraus. Bei Geschäftsreisen steigen die Preise mit zunehmender Nähe zum Abflugtermin.
Auch der Mythos von günstigeren Tickets in der Nacht hält sich hartnäckig. Tatsächlich aktualisieren Fluggesellschaften ihre Tarife oft nachts per Software, wenn weniger Menschen suchen. Ein Blick auf die Preise zu dieser Zeit kann sich lohnen, ist aber keine Garantie.
Ob Cookies die Preise beeinflussen, ist umstritten. Wer dieselbe Verbindung mehrmals aufruft, hinterlässt digitale Spuren. Das Löschen der Cookies oder die Nutzung eines anderen Geräts schadet nicht, ein gesicherter Effekt ist jedoch nicht belegt.
Online-Shopping: Wann lohnt sich der Kauf?
Beim Online-Shopping sind gewisse Länder deutlich günstiger als die Schweiz, weshalb die Nutzung eines VPN sinnvoll sein kann. Auch Monat, Wochentag und Uhrzeit beeinflussen die Preise für Elektronik und Haushaltswaren. Eine Auswertung der britischen Bank Barclays aus dem Jahr 2022 zeigt: Der teuerste Monat ist der Dezember, da die Händler die Preise für das Weihnachtsgeschäft erhöhen. Besser ist es, grössere Anschaffungen davor oder danach zu tätigen. Auch ein azyklisches Vorgehen, etwa der Kauf einer Winterjacke nach der Saison, spart Geld.
Beim Dynamic Pricing passen Algorithmen die Preise in Echtzeit an die Nachfrage an. Amazon ändert die Preise mehrmals täglich, wie der „Stern“ berichtet. Laut dem Vergleichsportal Idealo schwanken besonders die Preise für Elektronikartikel wie Smartphones mehrmals am Tag. Überraschend: Das Online-Shopping ist am Wochenende am günstigsten. Nachteulen profitieren zudem zwischen 23 und 5 Uhr. Die Schwankungen sind jedoch minimal, weshalb die Saison der wichtigste Faktor bleibt.
Supermärkte: Wann sind die Preise am tiefsten?
Bei Detailhändlern wie Migros oder Coop lohnt sich der Einkauf gegen Ladenschluss, da dann Frischware wie Gemüse, Fleisch, Salate und Backwaren oft reduziert wird. Allerdings sind die Rabatte nicht mehr so grosszügig wie früher.
Beim Wochentag ist der Samstag am teuersten, da dann die meisten Menschen ihren Wocheneinkauf erledigen und es weniger Rabatte auf frische Produkte gibt. Auch der Mittwoch ist ungünstig, weil alte Aktionen geendet haben und neue noch nicht begonnen haben. Der grosse Rabattag ist bei Coop, Aldi Suisse, Lidl, Migros und Denner der Donnerstag, wie das Portal „Rappn“ berichtet. Es empfiehlt sich, am Donnerstagmorgen Frischprodukte wie Fleisch, Fisch und Früchte zu kaufen und am Freitagnachmittag die letzten Rabatte für Fleisch, Brot und Fertiggerichte zu nutzen.
Fazit: Vergleichen bleibt der Schlüssel
Die genannten Zeitpunkte und Tricks können helfen, Kosten zu senken. Doch sie ersetzen nicht den grundlegenden Schritt des Preisvergleichs. Wer die Angebote systematisch prüft und die Saison berücksichtigt, fährt langfristig am besten. In einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten ist ein bewusster Umgang mit dem Geld nicht nur eine Frage der Haushaltskasse, sondern auch der persönlichen Planungssicherheit.