Grammy-Verleihung 2026: Politische Statements und Provokationen dominieren Musikpreis
Die 68. Grammy-Verleihung in Los Angeles wurde von politischen Botschaften und umstrittenen Auftritten überschattet. Während Kendrick Lamar erneut als Hauptgewinner mit fünf Auszeichnungen hervorging, sorgten andere Momente für deutlich mehr Gesprächsstoff.
Bad Bunny politisiert die Bühne
Der puerto-ricanische Künstler Bad Bunny nutzte seine Dankesrede für eine scharfe Kritik an der US-Einwanderungsbehörde ICE. "ICE raus! Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Ausserirdischen, wir sind Menschen. Und wir sind Amerikaner", erklärte der 31-Jährige unter Standing Ovations des Publikums.
Diese politische Instrumentalisierung einer Kulturveranstaltung zeigt die zunehmende Vermischung von Entertainment und Politik in den USA. Mehrere Künstler trugen "ICE out"-Buttons als Zeichen des Protests gegen die aktuelle Migrationspolitik.
Tierrechtsorganisation kritisiert Carpenter-Auftritt
Sabrina Carpenters Performance ihres Hits "Manchild" geriet wegen der Verwendung einer lebenden weissen Taube in die Kritik. Die Tierrechtsorganisation PETA bezeichnete diese Entscheidung als "dumm" und "kindisch". Der Vorfall wirft Fragen zum verantwortungsvollen Umgang mit Tieren in der Unterhaltungsindustrie auf.
Provokative Auftritte sorgen für Diskussionen
Justin Bieber definierte mit seinem Auftritt zu "Yukon" neue Massstäbe, indem er lediglich in Seiden-Boxershorts und Socken performte. Auch andere Künstler wie Chappell Roan und Yungblud sorgten mit gewagten Outfits für Aufsehen.
Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, ob solche Provokationen der künstlerischen Aussagekraft dienen oder lediglich Aufmerksamkeit generieren sollen.
Moderator Noah gegen Trump
Gastgeber Trevor Noah sorgte mit Witzen über US-Präsident Donald Trump für Applaus im Publikum. Trump reagierte charakteristisch über seine Social-Media-Plattform Truth Social und bezeichnete Noah als "totalen Loser" mit Androhung rechtlicher Schritte.
Einordnung der Grammy-Relevanz
Trotz sinkender Zuschauerzahlen und Kritik an mangelnder Diversität bleiben die Grammys ein wichtiger Karriere-Katalysator. Ein Grammy-Gewinn öffnet weiterhin Türen zu Produzenten, Plattenfirmen und internationalen Kollaborationen, was letztendlich auch die Musiklandschaft in der Schweiz beeinflusst.
Die diesjährige Verleihung zeigt jedoch deutlich, wie sehr sich die Veranstaltung von einer reinen Musikpreis-Gala zu einer politischen Plattform entwickelt hat. Diese Instrumentalisierung kultureller Ereignisse für politische Botschaften entspricht einem bedenklichen Trend in der amerikanischen Gesellschaft.