Fussball-WM 2026: Schweizer Verband droht Verlustgeschäft durch US-Steuern
Die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada steht vor erheblichen Herausforderungen. Mit 86 Tagen bis zum Turnierstart bestehen noch diverse ungelöste Probleme, die das Grossereignis überschatten könnten.
Geopolitische Spannungen belasten Turniervorbereitung
Die angespannte Weltlage wirkt sich unmittelbar auf das Sportgeschehen aus. Besonders die Teilnahme des Iran steht infrage, da sich das Land mit den USA im Krieg befindet. US-Präsident Donald Trump sendete widersprüchliche Signale: Einerseits sei der Iran "willkommen", andererseits wäre es "unangebracht" für die Sicherheit der iranischen Spieler.
Die drei Iran-Spiele in der Gruppe G gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten sind in Los Angeles und Seattle geplant. Bei einem Rückzug könnte der Irak als Ersatz einspringen, der derzeit im interkontinentalen Playoff steht.
Einreisebeschränkungen treffen Fanbasis
Gegen Bürger verschiedener WM-Teilnehmerländer, darunter Iran, Haiti, Elfenbeinküste und Senegal, gelten Einreisesperren in die USA. Dies wird die Fanunterstützung für diese Nationalteams erheblich beeinträchtigen.
Sicherheitslage in Mexiko bereitet Sorgen
Nach der Tötung des Drogenbosses Nemesio Cervantes durch mexikanische Soldaten am 22. Februar eskalierte die Gewalt des Jalisco-Kartells. In Guadalajara, wo vier WM-Spiele stattfinden sollen, hat Präsidentin Claudia Sheinbaum 100'000 Sicherheitskräfte angekündigt.
Finanzierungsprobleme bedrohen Austragungsorte
In Foxborough wurde erst kurz vor Ablauf einer Deadline am 17. März eine Lösung für die 7,8 Millionen Dollar Kosten gefunden. Patriots-Besitzer Robert Kraft schoss das Geld vor, nachdem die lokalen Behörden auf einer Vorauszahlung bestanden hatten.
Schweizer Verband vor unerwarteter Steuerlast
Besonders brisant für die Schweiz: Anders als bei früheren Weltmeisterschaften und im Gegensatz zu Kanada und Mexiko müssen in den USA Steuern auf FIFA-Prämien gezahlt werden. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) erhält 8,1 Millionen Dollar Antrittsprämie, die jedoch in Kalifornien, wo zwei der drei Schweizer Gruppenspiele stattfinden, mit hohen Steuersätzen belegt wird.
"Bei den letzten WM-Endrunden resultierte für den SFV jeweils ein Gewinn von 1,5 bis 3 Millionen Franken", erklärt SFV-Kommunikationschef Adrian Arnold. Nun droht die WM bei einem Ausscheiden vor den Achtelfinals zu einem Verlustgeschäft zu werden.
Der SFV hat zusammen mit anderen europäischen Verbänden bei der FIFA interveniert und moniert die Ungleichbehandlung der Teilnehmer. Eine Lösung soll bis zum FIFA-Kongress Ende April gefunden werden.
Europäische TV-Zuschauer leiden unter Zeitverschiebung
Für europäische Fussballfans wird das Turnier zur Geduldsprobe: Nur 36 der 104 Spiele finden zur günstigen Mittagszeit statt. Viele Partien beginnen erst nach Mitternacht Schweizer Zeit, was die Einschaltquoten belasten dürfte.
Die Schweizer Nationalmannschaft hat mit allen drei Gruppenspielen um 21 Uhr Schweizer Zeit Glück, andere Teams weniger.
Die WM 2026 steht vor beispiellosen Herausforderungen, die das Turnier überschatten und die Teilnehmerländer vor unerwartete finanzielle Belastungen stellen könnten.