Embolo nach WM-Aus: Co-Trainer Callà schildert die Stille in der Garderobe
Die Enttäuschung nach dem WM-Viertelfinal-Aus der Schweizer Nationalmannschaft gegen Argentinien sitzt tief. Besonders betroffen ist Stürmer Breel Embolo, der nach einem umstrittenen Platzverweis mit Gelb-Rot vom Platz musste. Nun hat Co-Trainer Davide Callà im Talkformat «Heimspiel bei der Nati» Einblicke in die Stimmung im Team gegeben.
Was geschah im Viertelfinal gegen Argentinien?
Im Viertelfinal gegen Argentinien traf Dan Ndoye in der 67. Minute zum 1:1-Ausgleich. Die Schweiz zeigte zu diesem Zeitpunkt eine starke Leistung und lag eine Sensation in der Luft. Doch nur fünf Minuten später folgte der Rückschlag: Breel Embolo wurde nach VAR-Intervention wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen. Trainer Murat Yakin kritisierte die Schiedsrichterentscheidung scharf. Regeltechnisch war der Platzverweis jedoch korrekt, wie auch Schiedsrichter-Experten bestätigen.
Wie reagierte die Mannschaft auf den Platzverweis?
Nach dem Ausscheiden herrschte in der Garderobe eine fast gespenstische Stille, wie Callà schilderte. «In der Garderobe war es fast schon gespenstisch ruhig», sagte er. Auch bei der Busfahrt und im Hotel sei kaum gesprochen worden. «Das ist völlig normal, denn es war eine sehr intensive Zeit, und dann ist da plötzlich diese Leere. Da braucht jeder erst einmal Zeit für sich.»
Wie geht es Breel Embolo?
Besonders betroffen ist Embolo, der nach seinem Platzverweis unter Tränen in den Katakomben verschwand. Callà beschrieb, wie der Stürmer das Gesicht in den Händen vergrub. «In dem Moment musst du ihn einfach in Ruhe lassen. Aber ich habe versucht, ihn ein bisschen aufzumuntern. Das hat mir selber auch extrem wehgetan, ihn so zu sehen, weil ich weiss, wie er sonst ist.»
Am Dienstagmittag beim Nati-Empfang auf dem Turbinenplatz in Zürich war die Betroffenheit erneut spürbar. Als Embolo auf die Bühne kam, jubelten ihm die Fans besonders laut zu. Er winkte nur schüchtern zurück und kämpfte trotz Käppli und Sonnenbrille gegen die Tränen an. Callà kommentierte: «Dass Breel nicht gerade in Feierlaune ist, das ist auch völlig menschlich und verständlich.»
Welche Fragen bleiben offen?
Ob die Schweiz mit elf Mann das Spiel gewonnen hätte, wird nie beantwortet werden können. Auch die Frage, was Embolo bei seiner Schwalbe dachte, bleibt offen, da der Stürmer noch immer schweigt. Die Mannschaft und das Trainerteam müssen nun den Weg zurück in den Alltag finden.
Fazit
Der WM-Traum der Schweiz ist geplatzt, doch die Mannschaft hat mit heroischem Kampf bis zur Verlängerung gezeigt, was in ihr steckt. Die emotionale Verarbeitung des Ausscheidens, insbesondere bei Breel Embolo, wird Zeit brauchen. Die Nati kann auf eine starke Turnierleistung zurückblicken und sich auf die nächsten Herausforderungen konzentrieren.