Ameisen im Haus: Ökologischer Nutzen und Bekämpfung
Ameisen im Wohnraum stellen für Eigentümer und Mieter eine Belastung dar. Eine in Portugal lebende Schweizer Kolumnistin berichtete jüngst von einer massiven Invasion schwarzer Ameisen in ihrem Haus. Trotz des unbestrittenen ökologischen Nutzens der Insekten für das heimische Ökosystem besteht ein berechtigtes Interesse an der Wehrhaftigkeit der eigenen vier Wände. Die Tiere zeigen erstaunliche biologische Fähigkeiten, fordern jedoch klare haustechnische Abgrenzungen.
Welchen ökologischen Nutzen haben Ameisen in Haus und Garten?
Ameisen übernehmen wesentliche Funktionen im Ökosystem. Sie lockern die Erde und fördern dadurch das Wurzelwachstum der Pflanzen. Zudem dienen sie als Nahrungsquelle für Vögel und Igel. Durch die Verwertung abgestorbener Pflanzenteile und toter Insekten halten sie den Garten sauber. Ausserdem transportieren sie Samen und tragen massgeblich zur Artenvielfalt bei. Diese ökologische Wertigkeit steht jedoch im Konflikt mit der Nutzung von Wohnraum, wenn die Insekten in Küchen oder Badezimmern auftreten.
Welche biologischen Besonderheiten zeigen Ameisen?
Die Tierschutzorganisation Peta weist auf verblüffende Fakten hin. Ameisen gelten als die stärksten Tiere der Welt, da sie das Hundertfache ihres eigenen Körpergewichts tragen können. Zum Vergleich: Ein Elefant vermag nur rund ein Zehntel seines Körpergewichts zu bewegen. Die Kommunikation der Insekten erfolgt nicht nur über Duftstoffe, sondern auch durch Vibrationen am Hinterleib. Die Kolumnistin beschreibt dies bildhaft als Wackeln des Hinterteils, im Schweizer Dialekt als Füdli gwagglet, um Artgenossinnen zu warnen. Gewisse Ameisenarten erreichen ein Alter von bis zu drei Jahren, während Königinnen sogar eine Lebenserwartung von 20 Jahren aufweisen. Bemerkenswert ist zudem die Eigenreinigung der Tiere. Sie verteilen Harzbrocken auf ihrem Hügel, was eine desinfizierende Wirkung entfaltet und den Bau vor Pilzen und Bakterien schützt.
Wie wirken traditionelle Hausmittel gegen Ameisen?
Bereits in ihrer Zeit im Zürcher Kreis 4 erlebte die betroffene Autorin eine ähnliche Plage durch fliegende Ameisen. Der Rat ihres Grossvaters, Backpulver zu streuen, zeigte damals keine Wirkung. Der Befall endete erst mit dem Einbruch des Herbstes. Im aktuellen Fall in Portugal wurden erneut traditionelle Methoden angewandt. Das gründliche Putzen jeder Ecke, das Wischen mit Essig, das Streuen von Zimt und schliesslich der erneute Einsatz von Backpulver brachten keinen markanten Erfolg. Die Anzahl der Insekten verringerte sich nicht signifikant. Es ist festzuhalten, dass der Einsatz von Backpulver zum Verenden der Tiere führt, was tierschutzrechtlich und ethisch zu bedenken ist.
Warum verschwinden Ameisenplagen oft plötzlich?
Die Beobachtung der Kolumnistin zeigt, dass Ameiseninvasionen oft ebenso plötzlich enden, wie sie begannen. Im vorliegenden Fall verschwanden die Kolonnen exakt zu dem Zeitpunkt, als die Bewohnerin für einige Tage abwesend war. Dies führte in der Familie zur These, die Person wirke als Ameisenmagnet. Biologisch wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Abwesenheit von Nahrungsquellen oder veränderte klimatische Bedingungen die Kolonie zum Abzug bewegen. Eine endgültige Klärung der Ursache steht aus.
Können Ameisen als Hygieneproblem eingestuft werden?
Ameisen suchen gezielt nach Nahrungsmitteln, wie dem Konfi-Brot der Tochter der Autorin. Durch ihre Selbstdesinfektion mittels Harz sind sie zwar weniger keimbelastet als andere Insekten. Im Wohnraum stellen sie dennoch eine unerwünschte Hygienebelastung dar. Die Sicherstellung der ordnungsgemässen Lebensmittelhygiene erfordert die Fernhaltung der Tiere aus Küchen und Vorratsräumen. Dies entspricht dem Prinzip der Sicherheit und Ordnung im häuslichen Bereich.