Zwei Generationen, ein Torinstinkt: Die Malgin-Dynastie im Schweizer Eishockey
Seit 24 Jahren prämiert PostFinance die besten Punktesammler im Schweizer Eishockey. Eine bemerkenswerte Kontinuität, die nun bereits Generationen überspannt: Auf der Liste der Top Scorer findet sich das Vater-Sohn-Gespann Albert und Denis Malgin, ein eindrückliches Beispiel für die Tradition und Nachhaltigkeit des Schweizer Eishockeys.
Denis Malgin: Kreativität als Markenzeichen
"Lässt sich Torinstinkt vererben?" Diese Frage stellt Denis Malgin selbst, wenige Tage nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen in Mailand. Der 29-jährige Schweizer Nationalspieler zog sich beim Turnier eine Schulterverletzung zu, die ihn momentan daran hindert, für die ZSC Lions das zu tun, was seine Stärke ausmacht: "Kreativität aufs Eis bringen, für Gefahrenmomente sorgen, die Mitspieler besser machen."
Diese Bescheidenheit täuscht über die Klasse des spielstarken Mittelstürmers hinweg. Malgin zählt längst zu den prägenden Figuren der National League. Dreimal schloss er die Regular Season als Top Scorer seines Teams ab: 2021 für Lausanne, 2022 und 2024 für die ZSC Lions. Auch aktuell führt er beim ZSC kurz vor Qualifikationsende das teaminterne Punkteranking an.
PostFinance-Engagement: Investition in die Zukunft
Dank seiner Konstanz ist Malgin regelmässiger Gast bei der Top-Scorer-Ehrung der Liga-Hauptpartnerin PostFinance. Das Konzept überzeugt durch seine Nachhaltigkeit: Pro Punkt zahlt PostFinance 300 Franken, wobei die Clubs verpflichtet sind, den Betrag in den Nachwuchs zu investieren. "Diese Unterstützung ist sehr wertvoll und die Stärke des Konzepts", bestätigt Malgin.
Auf den gelben Helm und das Flammentrikot könnte der ZSC-Star hingegen verzichten: "Damit bist du als Top Scorer für die Gegner jederzeit sichtbar und kassierst den einen oder anderen Schlag mehr."
Albert Malgin: Pionier der ersten Stunde
Der spezielle Helm faszinierte Denis bereits als Kind. Vater Albert gewann 2002/03 die Punktewertung in der Nationalliga B und erhielt eine Trophäe in Form eines bronzefarbenen Helms. "Ich schaue sie noch heute ab und zu bei ihm an und denke mir: So etwas möchte ich auch", gesteht Denis lachend.
Just in Alberts Erfolgssaison stieg PostFinance ins Schweizer Eishockey ein. Für die zweithöchste Spielklasse wurden damals 100 Franken pro Punkt ausgeschüttet. Zweimal in Folge durfte Albert den Check für den besten Scorer des EHC Olten entgegennehmen: Nach 72 Punkten 2002/03 knackte der 37-Jährige im Folgejahr erneut die 70-Punkte-Marke (71). Die beeindruckende Bilanz des russisch-schweizerischen Doppelbürgers: 454 Spiele, 742 Punkte in 14 Jahren NLB.
Erziehung ohne Druck
Nach seiner Spielerkarriere arbeitete Albert Malgin jahrelang als Trainer in der Schweiz. Aktuell betreut der 59-Jährige Spartak Moskau in der höchsten russischen Juniorenliga MHL. Die räumliche Trennung von seinen Söhnen Denis und Dimitri, Letzterer wird ab Sommer Sportchef bei den Pikes Oberthurgau, hindert ihn nicht an regelmässigen Gesprächen.
"Er verfolgt meine Spiele aus der Distanz, gibt Tipps, ist aber nie bevormundend", schätzt Denis die väterliche Unterstützung. Obwohl Albert stolz darauf ist, dass Denis erreichte, was ihm selbst verwehrt blieb – Spiele in der NHL und der höchsten Schweizer Liga –, projizierte er nie Erwartungen auf seinen Sohn.
"Als Bub konnte ich Eishockey spielen, ich musste nicht", erinnert sich Denis. "Wollte ich lieber ins Tischtennistraining oder zum Fussball, war das nie ein Problem." Albert Malgin sagte einst: "Meine Frau und ich haben Denis nie Druck gemacht. Er muss auf dem Eis am Puck seine Entscheidungen alleine treffen. Dann soll er das auch im Leben so handhaben."
Begeisterung als Erbe
Lässt sich Torinstinkt vererben? Vielleicht nicht direkt. "Aber die Begeisterung fürs Eishockey habe ich definitiv von meinem Vater", sagt Denis Malgin lachend. "Ohne ihn wäre ich nicht dort, wo ich bin."
Die Geschichte der Malgins zeigt exemplarisch, wie Tradition und Moderne im Schweizer Eishockey Hand in Hand gehen. PostFinances langjähriges Engagement schafft dabei nicht nur Anreize für individuelle Leistungen, sondern investiert systematisch in die Zukunft des Sports – ein nachhaltiges Konzept, das Generationen prägt.