Pentagon droht Geldmangel: Hegseths Strategie im Iran-Krieg
Der Iran-Krieg belastet das US-Militärhaushalt zunehmend. Nach der gescheiterten Waffenruhe und dem Tod von vier US-Soldaten zeichnet sich ein finanzieller Engpass ab. Verteidigungsminister Pete Hegseth sucht nun nach Lösungen, um die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu sichern.
Der Haushaltsdirektor des Weissen Hauses, Russell Vought, bezifferte die bisherigen Kriegskosten auf rund 30 Milliarden Dollar. Unabhängige Analysten gehen jedoch von einer deutlich höheren Summe aus, da etwa die Wiederaufbaukosten beschädigter Stützpunkte im Nahen Osten nicht enthalten sind. Besonders Marine und Luftwaffe sind stark belastet; Teile des Haushalts 2026 könnten laut anonymen Kongressmitarbeitern gegenüber der Washington Post bereits Ende des Monats ausgeschöpft sein.
Wie akut ist der Haushaltsengpass?
Dem Pentagon droht ein akuter Finanzierungsstau. Ehemalige und derzeitige US-Regierungsvertreter erklären, dass die Finanznot bereits jetzt zu Einschränkungen bei Ausbildungs- und Wartungsmassnahmen zwingt. Sollte der Kongress keine zusätzlichen Mittel bewilligen, müsste das Militär bald schmerzhafte Abwägungen treffen. Ein Vertreter der Trump-Regierung bestätigt, dass an Umschichtungen in Betriebs- und Instandhaltungskonten gearbeitet werde, dies jedoch zulasten anderer Programme ginge.
Welche Summen fordert Hegseth?
Verteidigungsminister Hegseth setzt vor allem auf eine Finanzspritze: 67 Milliarden Dollar. Präsident Trump hat diese Forderung unterstützt. Am Dienstag will Hegseth gemeinsam mit General Dan Caine vor dem Haushaltsausschuss des Senats für die Mittel werben. Der diesjährige Verteidigungshaushalt beträgt rund eine Billion Dollar, darunter einmalige 150 Milliarden Dollar für moderne Waffensysteme und die Rüstungsindustrie. Für 2027 beantragt die Trump-Regierung 1,5 Billionen Dollar, was eine heftige Debatte auslöst.
Wie überbrückt das Pentagon die Zeit?
Um die Zeit bis zum Haushaltsjahr 2027 am 1. Oktober zu überbrücken, verschiebt das Pentagon bereits Gelder. Hegseth will laut anonymen Quellen der Washington Post Mittel für Ausrüstung und Instandhaltung nutzen. In den vergangenen Wochen bat das Pentagon den Kongress um die Erlaubnis, 4,3 Milliarden Dollar aus Ausbildungsprogrammen und Waffenkäufen umzuleiten. Der Kongress hat darüber noch nicht entschieden.
Wie reagiert der Kongress?
Die Republikaner im Repräsentantenhaus arbeiten an einem Finanzierungspaket mittels des beschleunigten Verfahrens „Reconciliation“. Damit sollen zusätzliche Verteidigungsausgaben von 73 Milliarden Dollar ermöglicht werden. Noch diese Woche soll abgestimmt werden. Allerdings herrscht grosse Uneinigkeit. Die Demokraten lehnen neue Mittel für den Iran-Konflikt weitgehend ab und blockieren Verteidigungsgesetze. Zudem gibt es Verärgerung darüber, dass das Pentagon den Kongress nicht ausreichend informiert. Die demokratische Abgeordnete Betty McCollum forderte: „Wir müssen wissen, was wir kaufen und warum wir es kaufen.“
Welche langfristigen Folgen drohen?
Die beantragten 1,5 Billionen Dollar für 2027 werden kontrovers betrachtet. Abgeordnete beider Parteien fürchten eine weitere Erhöhung der Staatsverschuldung von 39 Billionen Dollar. Die Arbeit an den Haushaltsgesetzen ist im Senat aufgrund eines Streits im Haushaltsausschuss ins Stocken geraten. Die Demokraten verweigern ihre Zustimmung, bis eine Einigung über die Gesamtausgaben erzielt ist. Der Iran-Krieg bleibt damit nicht nur militärisch, sondern auch finanziell eine grosse Belastung für die USA.