Paralympics 2026: Schweizer Delegation mit neun Athleten in Italien
Die Paralympischen Winterspiele 2026 finden vom 6. bis 15. März in Norditalien statt. Die Schweizer Delegation umfasst neun Athleten, von denen fünf erstmals an Paralympics teilnehmen. Das Ziel ist klar definiert: drei Medaillen sollen es werden.
Austragungsorte und Programm
Die Wettkämpfe werden in Mailand, Cortina d'Ampezzo und weiteren norditalienischen Orten ausgetragen. Die Eröffnungsfeier findet in Verona statt, die Schlusszeremonie im Eishockey-Stadion von Cortina. Sechs Sportarten stehen auf dem Programm: Ski alpin, Biathlon, Langlauf, Snowboard, Eishockey und Rollstuhlcurling. Insgesamt kämpfen die Athleten in 79 Entscheidungen um Medaillen.
Eine Neuerung im Wettkampfprogramm sind die Mixed-Doubles im Rollstuhlcurling, die erstmals Teil der Paralympics sind.
Schweizer Medaillenkandidaten
Die grössten Hoffnungen ruhen auf drei Athleten: Théo Gmür, der bereits vier Paralympics-Medaillen gewonnen hat, darunter drei Goldmedaillen in Pyeongchang 2018 und eine Bronzemedaille in Peking 2022. Der 29-Jährige gilt als Schweizer Aushängeschild im Para-Ski alpin.
Robin Cuche, Neffe des ehemaligen Ski-Stars Didier Cuche, bringt als Routinier Erfahrung mit. Der 27-Jährige gewann 2023 und 2024 den Gesamtweltcup in der Abfahrt und ist in den Speeddisziplinen ein ernsthafter Medaillenkandidat.
Aron Fahrni komplettiert das Erfolgstrio. Der Snowboarder holte in dieser Saison fünf Weltcupsiege und gewann die grosse Kristallkugel. An der WM 2023 in La Molina sicherte er sich Gold im Banked Slalom und Silber im Snowboardcross.
Nachwuchstalente und Rückkehrer
Fünf Athleten bestreiten ihre ersten Paralympics, darunter der 23-jährige Toggenburger Ueli Rotach im Ski alpin und der 19-jährige Waadtländer Emerick Sierro. Bemerkenswert ist die Rückkehr der Schweiz im Biathlon: Luca Tavasci aus dem Engadin startet erstmals seit Vancouver 2010 wieder in dieser Disziplin für die Schweiz.
Auffällig ist das Fehlen von Frauen in der Schweizer Delegation, was die strukturellen Herausforderungen im Para-Sport widerspiegelt.
Historische Bedeutung und geopolitische Aspekte
Die Paralympics 2026 markieren ein besonderes Jubiläum: Die Paralympischen Winterspiele feiern ihr 50-jähriges Bestehen. 1976 fand die erste Ausgabe im schwedischen Örnsköldsvik statt. Zudem sind es die ersten Paralympics in den europäischen Alpen seit 20 Jahren.
Kontrovers diskutiert wird die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten. Das Internationale Paralympische Komitee hob im September 2025 die Suspendierung auf, sodass sechs russische und vier belarussische Athleten unter ihrer Flagge antreten dürfen. Diese Entscheidung steht im Kontext der anhaltenden geopolitischen Spannungen und wirft Fragen zur Neutralität des Sports auf.
Mediale Begleitung
SRF überträgt die Entscheidungen mit Schweizer Beteiligung live und strahlt täglich das Magazin "Para-Graf" aus. Die umfassende Berichterstattung unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Para-Sports für die Schweizer Sportlandschaft.
Die Paralympics 2026 bieten der Schweiz die Gelegenheit, ihre Tradition im Wintersport auch im Para-Bereich zu bestätigen und gleichzeitig den gesellschaftlichen Stellenwert des Behindertensports zu stärken.