FCZ-Fans im Wallis: SBB und Behörden ziehen Lehren aus chaotischer Auswärtsreise
Die jüngste Auswärtsreise der FCZ-Fans nach Sion hat erneut gezeigt, dass die Koordination zwischen Spielplanung, Bahnbetrieb und Fan-Transport verbesserungswürdig ist. Rund 1000 Anhänger des FC Zürich reisten am vergangenen Samstag ohne den üblichen Extrazug ins Wallis, was zu erheblichen Störungen im Bahnverkehr führte. Die SBB haben angekündigt, die Vorfälle gemeinsam mit den Behörden aufzuarbeiten.
Warum fiel der Extrazug für das Spiel in Sion aus?
Die SBB hatten bereits am Mittwoch mitgeteilt, dass aufgrund einer Baustelle auf den Strecken Visp-Brig und Bex-Villeneuve kein Extrazug ins Netz eingespeist werden kann. Die Swiss Football League sei frühzeitig im Rahmen der Spielplangestaltung auf die Situation hingewiesen worden, so die SBB. Damit hätte genügend Zeit bestanden, alternative Anreisemethoden zu organisieren.
Allerdings lassen die SBB in ihrer Mitteilung einen wesentlichen Aspekt unerwähnt: Seit dieser Saison bieten sie ausserhalb des Regelverkehrs keine Extrazüge mehr an. Dieser Umstand wurde den Behörden im Wallis offenbar erst kurzfristig bewusst, woraufhin die Partie von 20.30 Uhr auf 18 Uhr vorverlegt wurde.
Brandalarme und Zugausfälle in Bern
Trotz der Vorverlegung reisten die FCZ-Fans mit Regelzügen ins Wallis. Bereits am Bahnhof Bern kam es zu ersten Zwischenfällen: Eine Rauchpetarde wurde gezündet, verletzt wurde niemand. In zwei Zügen, dem IC1 zwischen Zürich und Bern sowie dem IC8 in Bern, lösten Fans wiederholt den Brandalarm aus. Die beiden Züge fielen daraufhin ab Bern aus.
Die SBB verurteilten das Verhalten in einer Medienmitteilung aufs Schärfste und kündigten an, die Ereignisse mit der Polizei und den Bewilligungsbehörden aufzuarbeiten. Bereits zum Saisonauftakt war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen, als Fans der Grasshoppers keinen Extrazug für das Spiel in Lausanne erhielten und ebenfalls einen Brandalarm sowie die Notbremse betätigten.
Welche Konsequenzen ziehen SBB und Behörden?
Die SBB räumen ein, dass die aktuelle Lösung suboptimal ist. Auf eine Anfrage von Blick erklärten sie: «Die Situation zeigt, dass die Abstimmung zwischen Spielplanung, behördlichen Vorgaben und Bahnbetrieb weiter verbessert werden muss. Die SBB analysieren gemeinsam mit den Partnern, welche Lehren daraus zu ziehen sind.» Grundsätzlich bekennen sich die SBB jedoch weiterhin zu den Fanzügen.
Für alle Beteiligten bleibt zu hoffen, dass diese Gespräche zielführend sind. Andernfalls dürfte das Thema die Fans und alle Reisenden noch länger beschäftigen und für weitere Störungen sorgen. Eine tragfähige Lösung liegt im Interesse der öffentlichen Ordnung und der Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs in der Schweiz.