Crans-Montana: Fünf Brandopfer weiter im Kinderspital Zürich
Einen Monat nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana befinden sich noch immer fünf Patientinnen und Patienten im Universitäts-Kinderspital Zürich. Zwei von ihnen kämpfen weiterhin auf der Intensivstation ums Überleben, während drei bereits auf die normale Abteilung verlegt werden konnten.
Kritischer Zustand auf der Intensivstation
Prof. Dr. Ueli Möhrlen, Direktor der Chirurgie am Kinderspital, beschreibt die Situation der beiden Intensivpatienten als kritisch: "Das sind nach wie vor schwerkranke Patienten. Dort geht es wirklich um die Frage, ob sie überleben." Die Patienten weisen noch grosse, nicht verheilte Wunden auf. Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Verbrennungen selbst, sondern betrifft auch andere Organsysteme, die noch nicht selbstständig funktionieren.
Rehabilitationsphase für stabilisierte Patienten
Die drei Patienten auf der normalen Abteilung befinden sich in einer deutlich besseren Verfassung. "Die Patienten auf der Station sind vollständig gedeckt. Das heisst, sie haben keine offenen Wunden mehr", erklärt Möhrlen. Für sie steht nun die Rehabilitationsphase im Vordergrund, damit sie wieder in den Alltag zurückkehren können.
Enorme Belastung für das Spitalpersonal
Die Behandlung von Brandverletzten stellt das medizinische Personal vor besondere Herausforderungen. "Verbrennungspatienten sind sehr intensiv", betont der Chirurgieleiter. Die Betreuung erfordert sowohl vom Pflegepersonal als auch von den Ärzten einen deutlich höheren Aufwand als im normalen Regelbetrieb. Mehrere langwierige Operationen sind pro Patient notwendig.
Besonders belastend ist die psychische Komponente: "Die Behandlung von brandverletzten Patientinnen und Patienten ist immer eine grosse psychische Belastung für alle involvierten Teams", so Möhrlen. Es handelt sich um junge Menschen, die durch eine Katastrophe aus ihrem Alltag gerissen wurden und Verletzungen erlitten haben, "die nie mehr ganz gut werden".
Transparente Kommunikation mit Angehörigen
Der Umgang mit den betroffenen Familien erfordert besondere Sensibilität. Möhrlen betont die Wichtigkeit einer ehrlichen Kommunikation: "Es ist klar, dass die Eltern von Anfang an verstehen müssen, was mit ihnen passiert ist. Nur so kann man vertrauensvoll mit ihnen zusammenarbeiten."
Risiko resistenter Keime
Eine zusätzliche Herausforderung stellen resistente Keime dar, die auf Intensivstationen ein ständiges Problem darstellen. "Je länger ein Patient auf einer Intensivstation ist, einerseits mit grossen Wundflächen, andererseits mit verschiedenen Installationen, mit Kathetern, mit Schläuchen, da hat man immer ein Problem mit resistenten Keimen", warnt der Experte. "Die Zeit spielt gegen einen."
Das Kinderspital Zürich demonstriert mit seiner professionellen Betreuung der Brandopfer einmal mehr die hohe Qualität der schweizerischen Spitzenmedizin, auch unter schwierigsten Umständen.