Crans-Montana: Fünf junge Brandopfer kämpfen weiter um ihr Leben
Einen Monat nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana befinden sich noch immer fünf Patienten im Kinderspital Zürich. Zwei von ihnen liegen auf der Intensivstation und kämpfen ums Überleben.
Die Silvesternacht 2025 hat tiefe Spuren hinterlassen: Nach dem Brandunglück in Crans-Montana werden noch immer fünf Patientinnen und Patienten im Kinderspital Zürich behandelt. Zwei befinden sich weiterhin in kritischem Zustand auf der Intensivstation, drei weitere konnten bereits auf die normale Abteilung verlegt werden.
Kritische Phase für zwei Intensivpatienten
Professor Ueli Möhrlen, Direktor der Chirurgie am Kinderspital Zürich, gibt einen ehrlichen Einblick in die aktuelle Situation: "Das sind nach wie vor schwerkranke Patienten. Dort geht es wirklich um die Frage, ob sie überleben."
Die beiden Intensivpatienten haben noch grosse Wunden und sind nicht vollständig gedeckt. Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Verbrennungen selbst, sondern betrifft auch andere Organsysteme, die noch nicht selbstständig funktionieren.
Rehabilitationsphase für drei Patienten
Hoffnungsvoller ist die Lage bei den drei Patienten auf der normalen Abteilung. Diese sind vollständig gedeckt und haben keine offenen Wunden mehr. Für sie beginnt nun die wichtige Rehabilitationsphase, in der sie lernen müssen, sich wieder zu bewegen und in den Alltag zurückzukehren.
Enorme Belastung für das Personal
Die Behandlung der Brandopfer stellt das Kinderspital vor besondere Herausforderungen. Während zu Beginn der grosse Patientenanfall im Vordergrund stand, haben sich die Probleme nun verschoben. Das Spital muss neben den Verbrennungspatienten auch alle anderen Patienten im Regelbetrieb versorgen.
"Verbrennungspatienten sind sehr intensiv", erklärt Professor Möhrlen. Die Behandlung erfordert wiederkehrende Eingriffe und lange Operationen, was das Personal täglich deutlich mehr fordert als im normalen Betrieb.
Psychische Belastung der Teams
Besonders schwer wiegt die psychische Belastung für alle beteiligten Teams. "Das sind junge Menschen, die durch eine Katastrophe aus ihrem Alltag herausgerissen werden und Verletzungen haben, die nie mehr ganz gut werden", betont der Chirurgie-Direktor.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern erfolgt in engem und ehrlichem Kontakt. Nur durch Transparenz kann das nötige Vertrauen aufgebaut werden, um die Familien durch diese schwere Zeit zu begleiten.
Kampf gegen resistente Keime
Eine zusätzliche Sorge bereiten resistente Keime, die auf Intensivstationen immer ein Problem darstellen. Je länger Patienten mit grossen Wundflächen und verschiedenen medizinischen Installationen behandelt werden, desto grösser wird dieses Risiko.
"Die Zeit spielt gegen einen", fasst Professor Möhrlen die Herausforderung zusammen. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen lässt sich das Infektionsrisiko nicht vollständig eliminieren.
Das Kinderspital Zürich kämpft weiter um jedes Leben und setzt alles daran, den jungen Brandopfern eine Zukunft zu ermöglichen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die intensiven Bemühungen von Erfolg gekrönt sind.