WM-Aus: Nagelsmann schliesst Rücktritt als DFB-Trainer aus
Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 hat Bundestrainer Julian Nagelsmann einen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen. Der 38-Jährige erklärte, er wolle den Vertrag bis zur Europameisterschaft 2028 erfüllen, sofern der DFB an ihm festhalte. Die Debatte über seine Zukunft ist damit nicht beigelegt, sondern verlagert sich in die Zuständigkeit des Verbandes.
Wie äusserte sich Nagelsmann nach dem WM-Aus?
Unmittelbar nach Abpfiff nahm Nagelsmann vor den Kameras des ZDF Stellung. Er äusserte Enttäuschung und kritisierte die Aberkennung des 2:1 seiner Mannschaft scharf. «Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Voll-Skandal», erklärte er. Zu seiner eigenen Verantwortung sagte er: «Als Trainer sitzt du mit den Spielern im gleichen Boot. Das Aus kreide ich mir genauso an wie den Spielern.»
Hinsichtlich seiner Zukunft positionierte sich Nagelsmann unmissverständlich. Sein Vertrag laufe bis nach der EM 2028, und er gedenke, diesen zu erfüllen: «Ich stehe zur Verfügung. Wenn der DFB will, mache ich die EM 2028. Wenn nicht, müssen sie es mir sagen.» Einen Rücktritt schloss er aus: «Ich bin keiner, der wegläuft. Das ist ausgeschlossen.»
Welche Kritik üben Experten und Medien?
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» zog eine deutliche Bilanz: «Julian Nagelsmann ist als Bundestrainer gescheitert.» Damit steht das Blatt nicht allein. In der deutschen Medienlandschaft wird die Zukunft des Bundestrainers flächendeckend infrage gestellt.
Christoph Kramer, Weltmeister von 2014, betonte im ZDF-Studio die Schlüsselrolle des Trainers: «Am Ende ist der Trainer, der alles lenkt. Er ist immer der Stärkste. Er bestimmt die Stimmung, er bestimmt die Spielweise, er bestimmt alles. Er hat die Verantwortung.» Bei einem Ausscheiden gegen einen Gegner wie Paraguay müssten sich jedoch alle Beteiligten hinterfragen.
Christian Streich mahnt zur gemeinsamen Verantwortung
Freiburgs Trainerlegende Christian Streich widersprach einer einseitigen Fixierung auf den Trainer. Auf die provokante Frage der ZDF-Moderatorin Kathrin Müller-Hohenstein, ob er noch einen Job suche, reagierte der 61-Jährige mit verdrehten Augen. In der Sache argumentierte er differenziert: «Der Trainer muss sich hinterfragen, aber auch die Spieler. Da gehört beides dazu.»
Streich verwies auf eine Grundsatzhaltung aus seiner Trainerlaufbahn: «Ich habe meinen Spielern immer gesagt: Ich bin nicht der König, wenn wir gewinnen. Aber ich bin auch nicht der, der im Dreck liegt, wenn wir verlieren. Wir machen es gemeinsam.» Die gezeigte Leistung der deutschen Elf reiche nicht, «und dann ist es auch vom Trainer nicht genug». Dennoch gelte: «Es ist nicht immer nur der Trainer.»
Wer wird als möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht?
Bereits unmittelbar nach dem WM-Aus wurde in deutschen Medien der Name Jürgen Klopp lanciert. Die «Bild» titelte: «Jetzt muss Klopp kommen!» Der langjährige Dortmund- und Liverpool-Trainer, derzeit als Experte bei MagentaTV tätig, wies die Spekulationen jedoch zurück: «Ich verstehe, dass wenn über den Bundestrainer gesprochen wird, dass mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der richtige Moment, um darüber zu sprechen, vor allem nicht mit mir.»
Wie positioniert sich der DFB?
DFB-Sportdirektor Rudi Völler verwies nach dem Ausscheiden auf die kollektive Verantwortung innerhalb des Verbandes: «Ich bin nicht der DFB alleine. Jeder weiss, wie ich zu Julian stehe. Er ist immer noch ein absoluter Top-Trainer. Ich bin überzeugt, dass er wahrscheinlich der richtige ist, weiterzumachen.» Völler kündigte an, dass die Verbandsverantwortlichen sich in den kommenden Tagen zusammensetzen würden, um die Situation zu evaluieren.
Die Entscheidung über Nagelsmanns Zukunft ist damit eine institutionelle. Der DFB steht vor der Frage, ob er den Weg der personellen Kontinuität wählt oder einen Neuanfang anstrebt. Aus institutioneller Sicht wiegt eine voreilige Trennung ebenso schwer wie ein Festhalten an einer Führung, die die gesetzten Ziele verfehlt hat. Die coming days werden zeigen, ob der Verband die nötige Diskretion und Sachlichkeit aufbringt, die eine solche Entscheidung verlangt.
Bleibt Julian Nagelsmann DFB-Trainer?
Nagelsmann hat einen Rücktritt ausgeschlossen und erklärt, er stehe bis zur EM 2028 zur Verfügung. Die Entscheidung obliegt dem DFB, der die Situation gegenwärtig evaluiert.
Wie lange läuft der Vertrag von Julian Nagelsmann?
Der Vertrag zwischen Julian Nagelsmann und dem Deutschen Fussball-Bund ist bis nach der Europameisterschaft 2028 befristet.
Wer wird als Nachfolger von Nagelsmann diskutiert?
In den Medien wird vor allem Jürgen Klopp als potenzieller Kandidat genannt. Klopp selbst hat eine Stellungnahme zum aktuellen Zeitpunkt abgelehnt.