Tooth Gems: Glitzernde Zähne erobern die Schweiz zurück
Nach Jahren des Minimalismus kehrt der Glitzer zurück – und diesmal bis in den Mund. Tooth Gems, kleine Schmucksteine auf den Zähnen, erleben ein Comeback. Auch in der Schweiz steigt die Nachfrage, wie Zahnärztinnen und Experten bestätigen. Doch was modisch verlockend wirkt, erfordert fachgerechte Anwendung.
Warum der Glitzerzahn wieder im Trend liegt
Der Y2K-Stil der Jahrtausendwende feiert Revival, und mit ihm die Zahnverzierungen. Weltweit steigen die Suchanfragen markant: Bei Pinterest legte „tooth gem aesthetic“ im August 2026 um 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Noch deutlicher war der Anstieg bei „two tooth grillz“ mit 460 Prozent zwischen Dezember 2025 und Februar 2026. Auch in der Schweiz ist der Trend angekommen, wie Nazanin Böhle, Gründerin von House of Smiles, gegenüber blue News berichtet. Die Zahnärztin verzeichnet eine deutliche Zunahme bei 18- bis 35-Jährigen.
Vom Promi-Trend zur persönlichen Note
Inspiration liefern Stars wie Bella Hadid, deren winziger Diamant als raffiniert und mühelos gilt. Doch die Schweizer Kundschaft wünscht laut Böhle selten eine Kopie: „Vielmehr möchten sie etwas Persönliches kreieren – von Initialen und bedeutungsvollen Symbolen bis hin zu Farben, Formen und individuellen Anordnungen.“ Der klassische kleine Kristall bleibt dennoch beliebt.
Ein Zeichen gegen den Minimalismus
Der Glitzertrend ist mehr als eine Modeerscheinung. Er wirkt wie eine bewusste Gegenreaktion auf die „Clean Girl“-Ästhetik und den „Quiet Luxury“ der letzten Jahre. Modehäuser wie Givenchy, Viktor & Rolf und Dolce & Gabbana setzen wieder auf Maximalismus und sichtbaren Prunk. Selbst Denim wird mit Steinen und Perlen besetzt. Das Dekorieren, auch „Gemmaxxing“ genannt, wird zur individuellen Aussage – verstärkt durch den DIY-Gedanken.
Was bei der Anbringung zu beachten ist
Die Selbstanbringung von Tooth Gems, wie sie Sängerin Zara Larsson auf Instagram zeigt, birgt Risiken. Prof. Dr. med. dent. Tobias Tauböck, Leiter Kariologie und Restaurative Zahnerhaltung an der Universität Zürich, warnt: „Tooth Gems sollten weder selbst angebracht noch selbst entfernt werden.“ Bei einer fachgerechten Befestigung wird der Stein auf den Zahnschmelz geklebt, ohne gesunde Zahnsubstanz zu beschädigen. Entscheidend sei zudem eine gute Mundhygiene, da sich an den Übergängen Beläge anlagern können.
Fazit: Glanz mit Verantwortung
Der neue Glitzertrend steht für die Lust, den eigenen Look sichtbarer zu gestalten. In der Schweiz gilt: Wer auf Tooth Gems setzt, sollte auf professionelle Anwendung und sorgfältige Pflege achten. So bleibt der Glanz im Mund ein Vergnügen – ohne gesundheitliche Risiken.
Häufige Fragen zu Tooth Gems
Sind Tooth Gems schädlich für die Zähne?
Bei gesunden Zähnen und fachgerechter Befestigung ist das Risiko begrenzt. Der Zahnschmelz wird nicht angebohrt oder abgeschliffen. Wichtig ist eine gute Mundhygiene, um Beläge zu vermeiden.
Kann ich Tooth Gems selbst anbringen?
Experten raten davon ab. Die Selbstanbringung birgt Risiken wie mangelnde Beurteilung des Zahns und unkontrollierte Verarbeitung der Materialien. Eine professionelle Befestigung ist sicherer.
Wie lange halten Tooth Gems?
Die Haltbarkeit hängt von der Pflege und dem verwendeten Material ab. Bei guter Mundhygiene können die Steine mehrere Monate halten. Ein Fachmann kann sie bei Bedarf entfernen.