Tom Cruise als Ölbaron: Satire mit Tiefgang
Tom Cruise kehrt in der neuen Klimasatire „Digger“ von Oscarpreisträger Alejandro González Iñárritu auf die Leinwand zurück. Nach Jahren als Actionheld überrascht der 62-Jährige in der Rolle des exzentrischen Ölbarons Digger Rockwell. Der Film läuft ab sofort bei blue Cinema.
Eine ungewohnte Rolle für Tom Cruise
Cruise, bekannt aus den „Mission: Impossible“-Filmen und „Top Gun: Maverick“, zeigt sich in „Digger“ von einer völlig neuen Seite. Mit künstlich aufgedunsenem Gesicht, silbergrauer Mähne und opulentem Wohlstandsbauch verkörpert er einen mächtigen Ölbaron, der sich mehr um seine kranke Katze sorgt als um die drohende Klimakatastrophe rund um seine Ölbohrinsel in Grönland.
Erst als sein Sicherheitsbeauftragter (Riz Ahmed) ihn warnt, dass halb Europa von einer Überschwemmung bedroht sei, wird Digger aktiv. Er beruft eine Krisensitzung mit dem US-Präsidenten (John Goodman) und weiteren Machthabern ein.
Iñárritus fantasievolle Inszenierung
Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu, bekannt für „Birdman“ und „The Revenant“, wagt sich erneut an eine schräge Komödie. Die Einleitungsphase von „Digger“ wirkt abgedreht, doch die satirischen Kommentare zünden nicht immer. Die Witze bleiben oft oberflächlich, herzhafte Lacher bleiben aus.
So machen sich die Machthaber in ihrer Krisensitzung über die Abwesenheit von Frauen am Tisch lustig. Was bei ihnen schallendes Gelächter auslöst, reicht beim Publikum höchstens für ein Schmunzeln.
Kritischer Kommentar zur Weltlage
Trotz der Schwächen als Komödie bietet „Digger“ durchaus Denkanstösse zur Klimakrise. Der Film stellt nicht nur die reichen Machthaber an den Pranger, sondern hält der gesamten Gesellschaft den Spiegel vor und verweist auf Heucheleien.
Besonders gelungen ist die narrative Struktur: Bereits nach etwa 30 Minuten überrascht der Film mit einer zusätzlichen Erzählebene, die die Darstellungen aus der Einleitung hinterfragt. Diese neue Dimension verleiht dem Film eine emotionale Note, die zuvor fehlte.
Starkes Ensemble, verschenktes Potenzial
Das Schauspielensemble ist brillant, wenn auch teilweise verschenkt. Sandra Hüller hat als hysterische, besorgte Schwester von Digger viel zu wenig Screentime. Auch Jesse Plemons kommt in seiner überraschenden Rolle zu kurz. Immerhin zeigen Riz Ahmed und John Goodman ihre Klasse.
Tom Cruise in einer ungewohnten Rolle zu sehen, macht durchaus Spass, auch wenn sein aufgeblasener Tycoon keine Überschwemmungen von Freudentränen auslöst. „Digger“ funktioniert als satirische Komödie nur bedingt, als kritischer Kommentar zur Weltlage mit emotionaler familiärer Hintergrundgeschichte hat er durchaus seine Qualität.
Fazit
„Digger“ ist ein ambitionierter Film, der als Komödie nicht ganz überzeugt, aber als kritischer Kommentar zur Klimakrise und zur Verantwortung der Mächtigen durchaus relevant ist. Für Cineasten, die Wert auf anspruchsvolle Unterhaltung legen, lohnt sich der Kinobesuch.