Hochbegabte Kandidatin scheitert an 16'000-Franken-Frage
Eine 18-jährige Kandidatin mit einem IQ von 133 hat bei «Wer wird Millionär?» für Aufsehen gesorgt. Trotz ihrer beeindruckenden Vita scheiterte sie an der 16'000-Euro-Frage und fiel auf 500 Euro zurück. Der Auftritt wurde zu einem Lehrstück über den Unterschied zwischen Intelligenz und Alltagswissen.
Eine Vita, die für die Quizshow prädestiniert scheint
Die junge Frau aus Deutschland kann auf eine aussergewöhnliche schulische Laufbahn verweisen: Hochbegabtenklasse, übersprungene Klasse, Abitur mit der Note 1,7 und ein Studium im vierten Semester. Hinzu kommen ein Sieg bei der Philosophie-Olympiade, ein Praktikum im Bundestag und ein Bootsführerschein. Moderator Günther Jauch fasste ihre Qualifikationen mit den Worten zusammen: «Sie sind schon ziemlich schlau.»
Erste Schwierigkeiten bereits bei der 1000-Euro-Frage
Doch auf dem Ratestuhl zeigte sich, dass theoretisches Wissen nicht immer mit praktischem Denken einhergeht. Bereits bei der 1000-Euro-Frage geriet die Kandidatin ins Grübeln. Gefragt war, bei welchem Land für die weiblichen Einwohner ein Umlaut benötigt wird, für die männlichen jedoch nicht. Die richtige Antwort wäre Frankreich gewesen, da es dort «Französinnen» heisst, aber «Franzosen».
Die Kandidatin sinnierte stattdessen über «Bulgarierinnen». Jauch korrigierte sie: Es heisse «Bulgarinnen». Ihre spontane Reaktion sorgte für Lacher im Studio: «Wieso? Sind die da alle männlich?»
Spannungen zwischen Kandidatin und Moderator
Die Situation eskalierte zunehmend. Die 18-Jährige verlangte Stift und Papier, um die Frage schriftlich zu zerlegen. Jauch, sichtlich um Geduld bemüht, entgegnete: «Das ist doch eine ganz klare Frage. Wenn Sie sie verstanden haben, dann können Sie sie auch beantworten.»
Nach einiger Hilfe fand die Kandidatin schliesslich die richtige Antwort, zeigte sich aber unzufrieden: «Das ist echt ärgerlich jetzt.» Jauch verlor daraufhin sichtlich die Fassung.
Das Aus an der 16'000-Euro-Frage
Die Kandidatin kämpfte sich bis zur 16'000-Euro-Frage vor. Gefragt wurde nach der zu Indien gehörenden North Sentinel Island, die seit Jahrzehnten als Sperrgebiet gilt. Die Antwortmöglichkeiten umfassten ein isoliertes Volk, eine Virenbank der WHO, britische Goldreserven oder den Stein der Weisen.
Nach dem 50:50-Joker blieben zwei Optionen übrig. Die Kandidatin konsultierte zusätzlich ihre Nachbarin als Telefonjoker, die zum Stein der Weisen tendierte. Die 18-Jährige folgte diesem Rat und lag falsch. Damit fiel sie auf 500 Euro zurück und verpasste den Einzug ins Finale der «3-Millionen-Euro-Woche».
Ein denkwürdiger Abgang
Ihr Ausscheiden kommentierte die Kandidatin sarkastisch mit «Mega geil». Jauch versuchte, sie aufzumuntern: Sie sei «eine der unterhaltsamsten Kandidatinnen in der Geschichte von Wer wird Millionär?».
Ganz ohne Souvenir verliess sie das Studio nicht. Jauch überliess ihr ausnahmsweise seinen Stift. Die 18-Jährige hat dafür bereits eine Idee: Vielleicht lasse sich der ja noch verkaufen.
Was dieser Auftritt über Hochbegabung lehrt
Der Fall wirft ein interessantes Licht auf das Verhältnis von Intelligenz und Alltagswissen. Während die Kandidatin zweifellos über herausragende kognitive Fähigkeiten verfügt, zeigte sich, dass diese nicht automatisch mit praktischer Urteilsfähigkeit einhergehen. Für die Schweiz, die auf ein Bildungssystem setzt, das sowohl akademische Exzellenz als auch berufliche Praxis fördert, ist dies eine bestätigende Erkenntnis.
Häufig gestellte Fragen zum Fall
Wie hoch war der IQ der Kandidatin?
Die 18-Jährige gab an, einen IQ von 133 zu haben, was im Bereich der Hochbegabung liegt.
Welche Frage führte zum Ausscheiden?
Die Kandidatin scheiterte an der Frage nach dem Inhalt der North Sentinel Island, einer zu Indien gehörenden Insel, die als Sperrgebiet gilt. Die richtige Antwort war «ein isoliertes Volk».
Wie viel Geld gewann die Kandidatin?
Nach dem Scheitern an der 16'000-Euro-Frage fiel sie auf den Sicherheitsbetrag von 500 Euro zurück.