Demokraten kontern Trumps optimistische Staatsrede mit scharfer Gegendarstellung
Die demokratische Opposition hat auf die jüngste Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump mit deutlicher Kritik reagiert. Während Trump ein positives Bild der amerikanischen Wirtschaftslage zeichnete, widersprachen führende Demokraten vehement seinen Darstellungen.
Zollpolitik belastet amerikanische Familien
Die demokratische Gouverneurin von Virginia, Abigail Spanberger, griff in ihrer Gegenrede in Williamsburg Trumps Wirtschaftspolitik frontal an. Familien litten unter hohen Preisen für Wohnen, Energie, Kinderbetreuung und Gesundheitsversorgung, so Spanberger. Besonders kritisierte sie Trumps Zollpolitik, die durchschnittlich mehr als 1700 Dollar zusätzliche Kosten pro Familie verursacht habe.
Die frühere CIA-Offizierin warf dem Präsidenten vor, das Leben der Amerikaner nicht erschwinglicher, sondern teurer zu machen. Dies stehe im direkten Widerspruch zu Trumps Behauptung einer massiven Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.
Kritik am Gesundheitswesen und Sicherheitspolitik
Spanberger kritisierte zudem das im Juli 2025 verabschiedete Gesetzespaket "One Big Beautiful Bill", das Kürzungen beim staatlich finanzierten Gesundheitsprogramm für einkommensschwache Menschen vorsieht. Diese Massnahmen gefährdeten ländliche Kliniken und entziehen Millionen Amerikanern Gesundheitsleistungen.
In der Einwanderungs- und Sicherheitspolitik warf sie Trump vor, mit Angst zu arbeiten statt Lösungen anzubieten. Die Einsätze von Bundesbeamten in US-Städten hätten das Land nicht sicherer gemacht, sondern gespalten.
Scharfe Attacken aus dem Kongress
Noch schärfer äusserte sich der demokratische Senator Alex Padilla aus Kalifornien. Er bezeichnete Trump als Lügner und verglich ihn mit einem Diktator. Auf Spanisch sagte Padilla, Trump wende Taktiken an, "wie wir sie aus anderen Ländern kennen, die von korrupten Diktatoren regiert werden".
Padilla kritisierte insbesondere die umstrittene Migrationspolitik. Bewaffnete und maskierte Bundesbeamte würden Gemeinschaften "terrorisieren" und Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder weil sie Spanisch sprechen ins Visier nehmen.
Ausblick auf die Zwischenwahlen
Beide Demokraten riefen die Bürger zu politischem Engagement auf. Spanberger verwies auf jüngste Wahlsiege der Demokraten in Virginia und New Jersey als Zeichen gegen das "Chaos". Die 46-jährige Gouverneurin gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die kommenden Kongresswahlen im November.
Padilla warf Trump zudem vor, die Zwischenwahlen manipulieren zu wollen. Der Präsident bemüht sich derzeit um ein neues Wahlgesetz, das die Demokraten strikt ablehnen, da es die traditionelle Regelung der Wahlen durch die Bundesstaaten verändern würde.