Der erst Anfang Oktober 16-jährig gewordene Fussballer JJ Gabriel steht nach Berichten von watson.ch vor einem Wechsel von Manchester United weg. Real Madrid, Barcelona, Paris Saint-Germain und Bayern München sollen Interesse an dem Nachwuchsspieler angemeldet haben. Der Fall zeigt, wie der internationale Fussball aus dem Versprechen eines Kindes ein Geschäft mit Millionen macht.
Gabriel, mit bürgerlichem Namen Joseph Junior Andreou O'Cearuill, spielt seit 2022 in der Akademie von Manchester United. Sein Umfeld verlangt Berichten zufolge eine garantierte Mindestanzahl von Einsätzen in der ersten Mannschaft, weshalb ein Abgang bevorsteht. Möglich wird ein solcher Schritt ins Ausland bereits mit 16 Jahren, weil Gabriel einen irischen Pass besitzt und damit Unionsbürger ist. Seit dem Brexit ist dieser Weg englischen Talenten derselben Altersklasse verwehrt.
Ein Kind wird zur Marke
Gabriel wuchs im Norden Londons auf. Bereits mit acht Jahren kursierten Videos von ihm im Internet, in denen er Gegner ausdribbelte und mit dem Ball jonglierte. Millionen sahen zu, bald trug er den vermarktungsfreundlichen Beinamen «Kid Messi». Mit elf wechselte er in den Nachwuchs von Manchester United, mit 14 unterschrieb er einen langfristigen Vertrag mit Nike, der laut mehreren britischen Mediem zu den lukrativsten zählt, die der Ausrüster je mit einem Spieler dieses Alters abgeschlossen hat. Offiziell begründet die Familie die Umbenennung von O'Cearuill auf Gabriel mit ihrem Glauben. Britische Medien berichten jedoch, auch vermarktungsstrategische Überlegungen hätten beim Namenswechsel eine Rolle gespielt.
Hinter dem Kind steht ein ehrgeiziger Vater. John O'Cearuill, Sohn eines Vaters aus Trinidad und Tobago und einer irischen Mutter, stand selbst bei Arsenal unter Vertrag und bestritt zwei Länderspiele für Irland. Eine Karriere auf höchstem Niveau blieb ihm verwehrt. Mit 23 Jahren wurde er Vater von JJ. Ob der Wechsel des Sohnes dessen eigenem Traum folgt oder dem unerfüllten des Vaters, lässt sich von aussen nicht entscheiden. Die Frage stellt sich gleichwohl.
Die Schweiz kennt das Muster seit Jahrzehnten
Für Schweizer Verhältnisse ist der Fall nicht neu. Der Appenzeller Davide Chiumiento wechselte als 16-Jähriger zu Juventus Turin, Johan Djourou im gleichen Alter zu Arsenal London. Auch die aktuellen Nationalspieler Johan Manzambi vom SC Freiburg und Winsley Boteli von Borussia Mönchengladbach unterschrieben ihre ersten Profiverträge im Ausland. Das Geschäft mit Minderjährigen hat im Schweizer Fussball eine lange Tradition.
Die wirtschaftliche Logik dahinter ist einfach, wie