Huthi-Angriff auf Riad: Italien entsendet Kriegsschiffe ins Rote Meer
In der Nacht zum Samstag haben die Huthi-Milizen die saudische Hauptstadt Riad mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Ziel war unter anderem der Flughafen King Khalid, über dem am Morgen eine dichte Rauchsäule stand. Saudi-Arabien erklärte, alle anfliegenden Projektile seien zerstört worden; das Grossfeuer am Flughafen wurde offiziell nicht mit dem Angriff in Verbindung gebracht. Italien reagierte umgehend und entsendet Kriegsschiffe in die Region, um die Durchfahrt seiner Handelsschiffe durch die Meerenge Bab al-Mandab zu sichern.
Was geschah beim Angriff auf Riad?
Der saudische Zivilschutz hatte die Einwohner der Hauptstadt per Mobiltelefon aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und sich von Fenstern fernzuhalten. Kurz darauf meldeten Augenzeugen heftige Explosionen. Die Huthi erklärten, sie hätten „sensible Ziele“ in Riad sowie Aramco-Anlagen in Yanbu am Roten Meer angegriffen. Eine unabhängige Überprüfung dieser Darstellung steht noch aus.
Wie reagierte die internationale Gemeinschaft?
US-Präsident Donald Trump brach seinen Aufenthalt in Camp David ab und kehrte am Samstagabend ins Weisse Haus zurück. Eine offizielle Begründung wurde zunächst nicht veröffentlicht. Das US-Aussenministerium warnte vor einer möglichen raschen Eskalation; mehrere US-Botschaften in der Region riefen amerikanische Staatsbürger zu erhöhter Vorsicht auf. Laut Berichten von CBS News und Axios hat Kronprinz Mohammed bin Salman Trump in den vergangenen Wochen mehrfach zu Schlägen gegen die Huthi gedrängt. Trump habe abgelehnt und stattdessen Aufklärung und Zielunterstützung angeboten. Die US-Streitkräfte sollen ihre Kräfte auf den Iran und die Strasse von Hormus konzentrieren.
Warum entsendet Italien Kriegsschiffe?
Italien will die Durchfahrt seiner Handelsschiffe durch die Meerenge Bab al-Mandab gewährleisten. Verteidigungsminister Guido Crosetto kündigte am Donnerstag die Entsendung von vier Fregatten an. Bereits am Freitag wurde auf dem saudischen Luftwaffenstützpunkt Taif ein Eurofighter der italienischen Luftwaffe von einer mutmasslich von der Huthi-Miliz abgefeuerten Drohne getroffen. Personen kamen nicht zu Schaden. Der Vorfall löste in der italienischen Opposition und Teilen der Bevölkerung Kriegsängste aus, zumal viele Italiener nicht über die Einsätze ihrer Luftwaffe an der Seite Saudi-Arabiens informiert waren. Die Regierung betont, Italien befinde sich nicht im Krieg.
Wie schätzen Experten die Lage ein?
Arabische Analysten bezeichnen die Angriffe auf Riad als Warnschuss. Die Huthi seien in der Lage, die gesamte saudische Ölindustrie lahmzulegen, sagte Mohamad Elmasry, Professor am Doha Institute for Graduate Studies, dem Fernsehsender Al Jazeera. Einen Kriegseintritt der USA hält er für unwahrscheinlich, schliesst ihn aber bei weiterer Eskalation nicht aus. Die Huthi hätten von Beginn an erklärt, die Meerenge Bab al-Mandab nur für die Saudis zu sperren; amerikanische Handelsschiffe konnten die Passage bislang ungehindert nutzen.
Was bedeutet dies für die Schweiz?
Die Schweiz verfolgt die Entwicklungen im Nahen Osten mit Sorge. Als neutrale Handelsnation ist sie auf offene Seewege angewiesen. Die Lage zeigt erneut, wie fragil die globalen Handelsrouten sind und wie schnell regionale Konflikte internationale Auswirkungen haben können. Für die Schweizer Aussenpolitik bleibt die Förderung von Dialog und Deeskalation zentral.
FAQ: Häufige Fragen zum Huthi-Angriff
Wer sind die Huthi?
Die Huthi sind eine schiitische Rebellenmiliz im Jemen, die vom Iran unterstützt wird. Sie kontrollieren weite Teile des Landes und haben wiederholt saudisches Territorium angegriffen.
Was ist die Meerenge Bab al-Mandab?
Bab al-Mandab, auf Deutsch „Tor der Tränen“, ist eine strategisch wichtige Meerenge zwischen Jemen und Dschibuti. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist für den internationalen Schiffsverkehr von grosser Bedeutung.
Wie reagiert die internationale Gemeinschaft auf den Konflikt?
Die USA und ihre Verbündeten haben ihre militärischen Aktivitäten in der Region verstärkt. Italien entsendet Kriegsschiffe, um die Durchfahrt seiner Handelsschiffe zu sichern. Eine direkte militärische Intervention der USA gilt derzeit als unwahrscheinlich.