Verleger Jürg Marquard gestorben: Wegbegleiter erinnern sich
Am 14. September 2026 ist der Schweizer Verleger Jürg Marquard im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Marquard prägte die Schweizer Medienlandschaft über Jahrzehnte, insbesondere durch die Gründung des Magazins „POP“ im Jahr 1970. Freunde und Weggefährten würdigen ihn als einen Menschen, der weit über seine berufliche Rolle hinaus Bedeutung hatte.
Ein Leben für die Medien
Jürg Marquard gründete 1970 das Magazin „POP“, das als sein erstes Presseerzeugnis gilt und den Grundstein für eine bemerkenswerte Karriere im Schweizer Verlagswesen legte. Über die Jahre war er an verschiedenen Publikationen beteiligt, darunter „Cosmopolitan“ und „Traumjob“. Seine Arbeit prägte Generationen von Journalistinnen und Journalisten und hinterliess in der Branche bleibende Spuren.
Persönliche Erinnerungen von Weggefährten
Claudio, ein enger Freund, beschreibt Marquard als „Vertrauten, Wegbegleiter und Menschen, auf den ich mich immer verlassen konnte“. Die beiden hatten über 15 Jahre lang praktisch täglich Kontakt. „Sein Tod nach langer Krankheit macht mich unendlich traurig. Was bleibt, sind tiefe Dankbarkeit und unzählige Erinnerungen“, so Claudio.
Ein anderer Freund erinnert sich an die erste Begegnung vor über 50 Jahren im Zürcher Volkshaus, als Marquard sein Magazin „POP“ für 50 Rappen verkaufte. „Von diesem Moment an waren wir Freunde“, sagt er. „Jürg war ein wundervoller, extrovertierter Mensch mit einem riesengrossen Herzen.“
Eine ehemalige Chefredaktorin, die Marquard 1995 zu „Cosmopolitan“ holte, schildert die Zusammenarbeit als „unglaublich lehrreich und spannend“. Sie betont: „Jürg war immer grosszügig, wunderbar und speziell.“ Auch nach ihrer Zeit bei „Cosmopolitan“ blieben sie verbunden; Marquard ermutigte sie 2004 bei ihrem Wechsel zu „Annabelle“ mit den Worten: „Du wirst es so wunderbar machen.“
Ein Mensch mit Tiefgang
Mehrere Weggefährten heben hervor, dass Marquard weit mehr war als sein öffentliches Bild als Unternehmer. „Hinter diesem Bild stand jemand, der viel nachdenklicher und aufrichtiger war, als Vergleiche mit Figuren wie Donald Trump jemals zeigen konnten“, sagt ein Kollege aus der Zeit bei „Traumjob“. Marquard sei aussergewöhnlich freundlich und kontaktfreudig gewesen, ohne im Mittelpunkt stehen zu müssen.
Ein Musiker der Band Les Sauterelles erinnert sich an eine besondere Anekdote: Marquard verwendete sein Konterfei für die Probenummer der „POP“, ohne zu fragen. „Ich war ihm nicht böse, denn eine bessere Werbung für mich und meine Sauterelles konnte ich ja gar nicht haben“, sagt er. Auf der ersten regulären Ausgabe folgte eine zwölfseitige Sauterelles-Story.
Ein Vermächtnis für die Schweizer Medienwelt
Jürg Marquard hat die Schweizer Medienlandschaft nachhaltig geprägt. Seine Fähigkeit, Menschen zu verbinden und Gutes in ihnen zu sehen, bleibt unvergessen. Viele verlieren mit ihm einen Freund, Mentor und Macher, der sich für nichts zu schade war. Seiner Familie und seinen Angehörigen gilt das tiefe Beileid aller, die ihn kannten.
Die Erinnerungen an Jürg Marquard werden bleiben: an einen Verleger, der mit Herzblut arbeitete, und an einen Menschen, der Freundschaften über Jahrzehnte pflegte. Sein Wirken wird in der Schweizer Medienwelt weiterleben.