Wer am 1. Dezember gewappnet sein will, kauft früh ein: Bereits Mitte Oktober stehen Adventskalender in den Regalen, und das Angebot reicht vom Schokoladenkalender für zehn Franken bis zum Swarovski-Exemplar für 1200 Euro. Das zeigt eine Marktübersicht von watson.ch/ vom 16. Oktober 2026.
Der Handel meldet indes eine geteilte Bilanz. Wie Galaxus gegenüber watson.ch/ mitteilt, legten Lichterketten in der ersten Oktoberhälfte gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent zu; rechnet man den September hinzu, sind es sogar 30 Prozent. Die Adventskalender selbst verliefen bislang verhaltener: 15 Prozent weniger verkaufte Exemplare im gleichen Zeitraum. Die Hochsaison steht jedoch erst bevor, denn auf den November entfallen laut Galaxus fast zwei Drittel der Jahresverkäufe.
Warum der Adventskalender früh gekauft wird
Der Vorverkauf ist für Detailhändler ein verlässlicher Stimmungsindikator der Vorweihnachtssaison. Guetzli, Lebkuchen und Dekoration erscheinen zunehmend früher im Sortiment, während Lichterketten für die dunkleren Tage bereits im Herbst stark gefragt sind. Wer den Kalender erst Ende November kauft, riskiert bei beliebten Modellen Engpässe oder Lieferfristen, wie auch der Vergleichsdienst Mein Adventskalender in seiner Übersicht für 2026 festhält.
Was der Markt 2026 bietet
Fitness- und Wanderkalender
Wer den Zuckerschock vermeiden will, findet Kalender mit Proteinriegeln, Ingwer-Shots oder Superfoods wie Chia-Samen und Birkenzucker. Für Wanderfreunde gibt es ein Modell mit Blasenpflaster, Regenponcho und Handwärmern; eine Konstellation, die in der Schweiz mit ihrer Wandertradition auf offene Türen stossen dürfte.
Food- und Bierkalender
Heinz bietet 24 Saucen im Miniformat in zehn Sorten. Gourmets finden hinter den Türchen 24 Trüffel-Produkte. Skurriler, aber konsequent: Ein Kalender vereint Bier und Socken. Für 49.90 Franken gibt es zwölf Sockenpaare mit Biermotiven, je eines pro Türchen.
Kalender fürs Hobby
Für Handwerkerinnen und Handwerker, das Rückgrat vieler lokaler Betriebe, liefert Makita einen Kalender mit Werkzeugen, Zubehör und Fanartikeln wie Flaschenöffnern. Angler erhalten Utensilien fürs Angeln, Autofreunde Cockpitreiniger, Insektenschwämme und Mikrofasertücher.
Fan- und Vereinskalender
Bei Galaxus gibt es Fan-Kalender über Persönlichkeiten von DJ Ötzi bis Bertolt Brecht für 12.50 Franken. Der FC Bayern München verkauft seinen Mitgliedern einen Premiumkalender für 100 Euro mit einem deklarierten Warenwert von 370 Euro, inklusive Christbaumkugeln, Kerzen, Schals und Socken. Der FC Basel offeriert keinen fertigen Kalender, immerhin Sticker zum Selbstbasteln und Weihnachtskugeln; eine zurückhaltende Variante, die mancher Fankultur gut anstehen würde. Swifties finden im Taylor-Swift-Kalender Sprüche, Bingo, eine Playlist und Illustrationen.
Die Luxus-Sparte
Am oberen Ende des Markts bewegen sich die Preise in Regionen, die mit dem klassischen Adventsgedanken wenig gemein haben. Ein Kalender mit Krippenfiguren aus Bergahornholz kostet 809 Franken; auf der Rückseite lässt sich die Weihnachtsgeschichte nachlesen. Miniaturflaschen mit Wein, Bier und Spirituosen zu je 3 cl sind für 890 Franken erhältlich. Der Vogue-Schrankkoffer mit 25 Türchen enthält Beauty-, Schmuck- und Lifestyle-Produkte von Marken wie Longchamp und Burberry, deklariert mit einem Gesamtwert von 2000 Euro zum Preis von 429 Euro. Swarovski bietet für 1200 Euro 25 Türchen mit Weihnachtsdeko aus Kristall und Adventskerzen. Auch der deutsche Markt kennt diese Preisklasse, wie das FAZ-Kaufkompass-